Polens verschwiegene Schuld

 

 

 

Im Juni 1939 erklärte Marschall Rydz-Smigly vor polnischen Offizieren:

 

„Polen will den Krieg mit Deutschland und Deutschland wird ihn nicht verhindern können, selbst wenn es das

wollte.“

 

Gigi Romeiser

 

Am 1.9.2009 reist unsere Kanzlerin nach Polen. Sie wird wie gewohnt wahrheitswidrig die deutsche Alleinschuld heraufbeschwören und die ebenso wahrheitswidrige Opferrolle der Polen bestätigen. Gesine Schwan tönt: Polen muß sich nicht entschuldigen. Durch Verdrängen und Leugnen der unleugbaren historischen Fakten wird es keine Versöhnung geben. Unerträglich ist, wenn deutsche Politiker die Verbrechen an Deutschen rechtfertigen, verharmlosen oder billigen. Um der Argumentation Redlichkeit zu verleihen, darf man nicht ausschließlich den Blick auf 1939 richten, man muß 1918 beginnen, denn nur so kann historisch korrekt diskutiert werden!

 

Wußten Sie,

 

·        daß am 5. November 1916 Deutschland Geburtshilfe leistete bei der Gründung eines selbständigen Polen (nach 120 Jahren) ? Aus „Dankbarkeit“ besetzte Polen schon ab November 1918 die deutsche Provinz Posen und Westpreußen bis hoch zur Ostseehalbinsel Hela. Es entstand der sog. Polnische Korridor.

 

·        daß Polen 1918 die ersten europäischen KZ’s gründete und daß es ab 1944 für Deutsche im altpolnischen und im Oder-Neiße-Gebiet 1256 polnische Konzentrationslager gab ?

 

·        daß die Hansestadt Danzig am 15. November 1920 nach dem Beschluß der Siegermächte ohne Volksabstimmung vom Deutschen Reich getrennt worden ist und daß die Bürger Danzigs die deutsche Staatsbürgerschaft verloren haben.

 

·        daß man in Posen 1921 auf Plakaten und Flugblättern lesen konnte: „Wer noch im Juli 1921 da ist von dem deutschen Gesindel, wird ohne Ausnahme niedergemacht. Jetzt

kommt ihr alle dran... alle Ärzte, Pastoren, Rechtsanwälte, Domänenpächter, Ansiedler, Besitzer aller Art, wer Deutscher oder Jude ist.“

 

·        daß am 10. April 1923 der polnische Ministerpräsident Sikorski feststellte, daß „die deutsche Gefahr“ nicht eher beseitigt sei, als bis alles deutsche Land in polnische Hände übergegangen sei ?

Die ganz Radikalen führten den polnischen Begriff für „Deutsch“ Ohnehin auf den germanischen Stamm der Nemeter zurück. Dem seien die friedlichen Polen damals zuerst begegnet, als er sie überfiel und verdrängte – von ihrem angestammten Wohnsitz am Rhein.

 

·        daß 1930 die Pilsudski-nahe Zeitschrift MOCARSTWOWIEC schrieb: „Wir sind uns bewußt, daß Krieg zwischen Polen und Deutschland nicht vermieden werden kann. Wir müssen uns systematisch und energisch für diesen Krieg vorbereiten. In diesem Krieg werden keine Gefangenen genommen. Es wird kein Platz für humanitäre Gefühle sein. Wir werden die ganze Welt mit unserem Krieg gegen Deutschland überraschen.“

 

·        daß am 14. Dezember 1931 der englische MANCHESTER GUARDIAN die polnische Nationalitätenpolitik als eine „Hölle“ beschreibt ?

 

·        daß in „Nation“, einer der bedeutendsten Zeitschriften der USA, am 2. April 1938 William Zuckermann (selbst Jude) schrieb: „In den letzten Jahren haben die Juden in Polen beinahe ständige körperliche Angriffe und Pogrome erdulden müssen…Dieser Ausbruch antisemitischer Bestialität findet nicht seinesgleichen in Europa, nicht einmal im Nazideutschland…“

 

·        daß Polen unter Pilsudski ab Februar 1933(!) drei Versuche unternahm, Frankreich zu einem gemeinsam Angriffskrieg gegen Deutschland zu bewegen

 

·        daß Polen Ausschreitungen gegen Deutsche ab Mai 1939 erneut forcierte? Auf dem Lande wurden deutsche Höfe in großer Zahl von Polen angezündet, die Bauern weggetrieben, Menschen in den Städten verprügelt, in Einzelfällen totgeschlagen.

 

·        daß am 13./14. Mai 1939 in Tomaschow (42.000 EW) die Polen alle 3.000 Volksdeutschen aus den Fabriken, deutschen Geschäften und Handelsbetrieben jagten und ihre Wohnungen demolierten.

 

·        daß die polnische Wochenzeitschrift NAROD  W  WALCE (Volk im Krieg) am 20. Juli 1939 forderte: „Danzig muß polnisch bleiben und Deutschland muß gezwungen werden, den ostpreußischen Raum ohne Bevölkerung an Polen abzutreten.“

 

·        daß die Deutsche Reichsregierung im Sommer 1939 Auffanglager einrichten muß, um des Stromes deutscher Flüchtlinge aus Polen Herr zu werden?

 

 

Im April 1950 stellte Senator William Langer vor dem US-Senat fest: Die Massenvertreibung ist eines der größten Verbrechen, an welchem wir direkt Anteil haben... In der gesamten Geschichte findet sich nirgends ein so scheußliches Verbrechen aufgezeichnet wie in den Berichten über die Begebenheiten in Ost- und Mitteleuropa. Schon 15 bis 20 Millionen wurden von den Stätten ihrer Vorfahren entwurzelt, in die Qual einer lebendigen Hölle geworfen oder wie Vieh über die Verwüstungen Osteuropas getrieben. Frauen und Kinder, Alte und Hilflose, Unschuldige und Schuldige wurden Greueltaten ausgesetzt, die noch von niemandem übertroffen wurden.”

 

Alles in allem ist das in den großen Medien und den politischen Gedenkveranstaltungen kolportierte Geschichtsbild über den deutsch-polnischen Krieg von 1939 und den Weltkrieg insgesamt offenkundig Erweiterungs- und Revisionsbedürftig. Die Bereitschaft deutscher Regierungskreise, einen Wandel in diesem Sinn zu begünstigen, tendiert gegen Null. In der Tat würde ein solcher Wandel möglicherweise erhebliche und schwer kalkulierbare politische Umwälzungen mit sich bringen können. Eine politische Gedenkveranstaltung zum 1. September 1939, die den vielseitigen Verantwortlichkeiten gerecht wird, erscheint geradezu utopisch. Dessen ungeachtet findet ein Wandel statt. Sven Felix Kellerhoff zitiert Hitler: „Der Sieger wird später nicht danach gefragt, ob er die Wahrheit gesagt hat oder nicht.“ Es ist erfreulicherweise zu erwarten, daß Hitler auf Dauer nicht Recht behält.

http://www.sezession.de/7049/die-polnische-besetzung-von-gleiwitz.html#more-7049

Der polnische Angriff.

Pressestimmen aus jüngster Zeit

Volk und Reich Verlag; Berlin 1939

Einführung

 

Was alles in Polen in den letzten fünf Monaten in Zeitungen geschrieben, von hochgestellten Männern öffentlich geredet und in Landkarten plakatiert worden ist, davon hat der Engländer und Franzose aus seiner Presse so gut wie nichts erfahren. Durch diese "Verschwörung des Schweigens" ist verhindert worden, daß die Nationen des Westens einmal einen Einblick in die Seele des polnischen Volkes tun konnten, dessen angebliche "bewunderungswerte Ruhe" und "würdevolle Haltung" man in England und Frankreich immer wieder gerühmt hat. Tatsächlich sind in Polen nach der englischen Garantieerklärung die vorher halbwegs geschlossenen Schleusen des Deutschenhasses und Expansionsdranges wieder einmal weit geöffnet worden. Eine kleine Blütenlese ist in diesem Buch zusammengestellt, und zwar aus Zeitungen aller Richtungen, auch aus solchen, die der Regierung nahestehen. Diese Sammlung läßt viel von dem Wesen des Volkes erkennen, dem die Westmächte durch ihre Garantie einen politischen Freibrief gegeben haben. Wir finden hier Zeugnisse erstaunlicher Selbstüberschätzung, herabsetzende Darstellungen der deutschen militärischen Kraft, Haßausbrüche gegen das deutsche Danzig und gegen die "Kreuzritter", die für den Polen der Inbegriff des bösen Deutschen sind, zumal da sie vor 600 Jahren zwischen Polen und der Ostsee ein wohlorganisiertes Staatswesen aufgebaut haben. Daß die Ordensritter vor 529 Jahren in der Schlacht von Tannenberg (Grunwald) 1410 den vereinigten Litauern und Polen sowie russischen und tartarischen Hilfsvölkern unterlegen sind, hat zwar das deutsche Preußenland nicht zum Verschwinden gebracht, nährt aber die Hoffnung der heutigen Polen auf ein neues "Grunwald" gegen das Deutschland Adolf Hitlers, auf die endgültige Einverleibung Ostpreußens und auf die Gewinnung breiten Meeresküste von Stettin bis Memel oder gar bis Riga. Denn aus dem - für das polnische Gemüt sicher bevorstehenden - großen Siege über Deutschland soll endlich ein großes Polen erstehen. Dieses große Polen wird mit Gründen der verschiedensten Art gefordert: geographischen, geschichtlichen und volklich-sprachlichen. Am wichtigsten sind die geschichtlichen Gründe; Eine für polnische Verhältnisse noch sehr gemäßigte Forderung lautet: Wiederherstellung der "Grenzen von 1772". Danach müßten zwar Litauen und riesige russische Gebiete zu Polen kommen, aber nach der deutschen Seite hin würden die polnischen Wünsche längst nicht befriedigt werden.

 

 

Die Posener Zeitung "Dziennik Poznanski" vom 26. Juni 1939 druckte diese Karte ab, die polnische Gebietsansprüche gegen Deutschland belegen sollte. Die Zeichenerklärung von oben nach unten:

 

1.      heute ausschließlich deutsches Wohngebiet;

2.      weitester slawischer Raum gegen Westen nach der geographischen Feststellung von St. Kozierowski;

3.      polnische Westgrenze zur Zeit Boleslaw I. Chrobry nach Professor Wl. Semkowicz;

4.      polnische Westgrenze zur Zeit Boleslaw Krzywoustys nach Prof. Semkowicz;

5.      heutige polnische Westgrenze.

 

Um so lieber greifen die Polen weiter zurück in die Geschichte. Sie zeichnen auf ihren überall im Lande verbreiteten Expansionskarten die "historischen Grenzen" Polens so, daß sie alle Gebiete einschließen, in denen Polen irgendwann einmal Fuß gefasst hatte - wie zum Beispiel unter König Boleslaw Chrobry von 1003 bis 1004 in Böhmen und Mähren. Reicht dieses "historische Polen" auf der einen Seite noch über die Oder hinaus, so geht es andererseits bis zum Schwarzen Meer, bis in die Nahe von Moskau und bis an die Küsten Estlands. Über einer Karte, auf der das "historische Polen" außer Prag und Breslau auch Lübeck, Stettin, Berlin und Leipzig einschließt, ist zu lesen:

"In Polen lebt der Geist von Boleslaw Chrobry ! Polen ! Wir sind hier nicht seit gestern !" ,

Und darunter steht:

"Wir reichten weit nach Süden. Das kleinste Sandkorn polnischer Erde wird zum Mutterland heimkehren !"

Auf einer anderen historischen Karte, die das "historische Polen" nur bis in die Nähe von Berlin, Dresden und Wien gehen läßt, wird der polnische Nationaldichter Adam Miczkiewicz zitiert:

 

"Und jeder von Euch hat in seinem Herzen ein Samenkorn der künftigen Rechte und der künftigen Grenzen."

Ostpreußen, das nie zu Polen gehörte, sondern nur zeitweise unter einer ganz lockeren polnischen Lehnshoheit gestanden hat, wird selbstverständlich in das "historische Polen" einbezogen. Die Einverleibung Ostpreußens und Danzigs sowie großer pommerscher und schlesischer Gebiete gehört überhaupt zum festen Bestand aller Expansionsprogramme, die sich zum Teil aber auch bis zu einem "Drei-Meere-Imperium" (Ostsee, Schwarzes Meer, Adria) und einer gemeinsamen Grenze mit Japan am Ural versteigen. Neben den geschichtlichen Argumenten spielen sprachliche und volkliche eine besondere Rolle. Immer wieder lesen wir von den "zwei Millionen Polen", die selbst nach dem Versailler Frieden angeblich noch unter deutscher Herrschaft verblieben seien. Diese zwei Millionen sind jedoch nur auf dem polnischen Papier vorhanden. Tatsächlich hat die polnische Partei in Deutschland bei den Reichstagswahlen von 1924 nur 60000 Stimmen aufgebracht, 1932 sogar nur 33000, und das in einer Zeit unbeschränkter demokratischer Agitationsfreiheit und unter einem streng proportionalen Wahlsystem, bei dem auch kleine Gruppen mit Aussicht auf Erfolg ihre Kandidatenlisten aufstellen konnten. 1920 haben in zwei Gebieten des heutigen Ostpreußen, die von Polen beansprucht wurden, auf Grund des Versailler Diktats Abstimmungen stattgefunden, und zwar unter der Aufsicht einer alliierten Kommission und unter den Augen alliierter Besatzungstruppen, die eine Abstimmung erbrachte 98 v. H. deutsche und 2 v. H. polnische, die andere 93 v. H. deutsche und 7 v. H. polnische Stimmen.

Ein viel geübtes propagandistisches Verfahren der Polen besteht darin, Bevölkerungen, die keine Polen sind und nichts von Polen wissen wollen, als polnisch zu beanspruchen. Das gilt für die Gegenwart von den ostpreußischen Masuren, die sich in den Abstimmungen von 1920 als treue Deutsche erwiesen haben, und es gilt auch von den Kaschuben und Oberschlesiern; für die Vergangenheit wird vielfach jedes Gebiet als urpolnisch beansprucht, wo einmal vor tausend Jahren zwischen Wäldern und Sümpfen einige wendische Stammesverwandte der Polen gesessen haben: ein Mittel, einen polnischen Anspruch auf Pommern, ja sogar auf Brandenburg und Mecklenburg zu begründen.

*

Man fragt sich: Wer ist jenes Volk. das dies alles inbrünstig glaubt - das einen großen Teil Europas beherrschen will und sich anheischig macht, die Deutschen in einer gewaltigen Schlacht bei Berlin vernichtend zu schlagen ? Wo ist zunächst die moralische Legitimation Polens, fremde Gebiete zu beherrschen ? Fragen wir die fremden Volksgruppen des heutigen polnischen Staates, etwa die 6 bis 7 Millionen Ukrainer (von den Deutschen nicht zu reden), so werden sie nur von Entrechtung, Unterdrückung und blutigem Terror zu berichten wissen. Niemals in seiner immerhin tausendjährigen Geschichte hat Polen irgendeinem Lande Gesittung, Ordnung, Kraftentfaltung, Wohlstand und andere Segnungen der Kultur gebracht, wohl aber hat es alle seine Länder - vor allem das (zwei Jahrhunderte in Polen einverleibte) deutsche Westpreußen - hineingerissen in den Verfall und die Anarchie, die zum Untergang des alten Polen geführt haben. Ebenso grotesk ist das Mißverhältnis der polnischen Herrschaftsansprüche zu der tatsächlichen Volkskraft der Polen. Polen ist keine wirkliche Großmacht. Es ist nur stark genug, um in Europa einen Herd der Unruhe und Kriegsgefahr zu bilden - besonders wenn die Unterstützung einer Großmacht den Geltungsdrang, die Selbstüberschätzung, den Neid und die Ländergier dieses Volkes zu solchen hysterischen Erscheinungen anschwellen läßt, wie sie auch durch diese Sammlung bezeugt werden. Das heutige Polen umfaßt 34 Millionen Einwohner; davon sind aber nur etwa 6o v. H. echte Polen; die 40 v. H. fremde Volkgruppen sind zur Hälfte Ukrainer; der Rest verteilt sich vor allem auf Juden, Weißrussen und Deutsche. Weitere Schwächen des polnischen Staatswesens sind: die langen, durch keine Gebirge geschützten Grenzen gegen Deutschland und Rußland; die Randlage der wichtigsten Rohstoffquellen und Industriegebiete (besonders Ostoberschlesiens); vor allem die Unwissenheit und Armut der Bevölkerung, welche - abgesehen von den ehemals deutschen Gebieten - zum großen Teil aus Analphabeten besteht; schließlich der verschiedene wirtschaftliche und kulturelle Stand der ehemals deutschen, österreichischen und russischen Gebiete und das Fehlen eines guten Straßen-, Eisenbahn- und Wasserstraßennetzes in dem größten Teil des Landes. Vor den Polen liegen also im eigenen Hause Aufgaben in Hülle und Fülle. Aber sie haben niemals in ihrer Geschichte das Heil ihres Landes von harter, planmäßiger Aufbauarbeit und zuchtvoller Ordnung erwartet sondern von äußeren Vorgängen:

von ausländischem Geld, von der Macht an Polen interessierter Großmächte und nicht zuletzt von der Einverleibung großer, von anderen Völkern wirtschaftlich entwickelter Gebiete.

*

Die Sammlung bringt außer Presseauszügen aus diesem Jahre (mit einer Ausnahme) auch Gedichte, die psychologisch besonders aufschlußreich sind.

 

I. Zeugnisse der Expansionssucht, der Selbstüberschätzung und des Siegesrausches

 

Das Drei-Meere-Imperium

Außer der Ostsee und dem Schwarzen Meer auch die Adria

 

Die nationale Wochenschrift "Merkurjusz Polski" vom 9. Juli betont die Notwendigkeit, Ungarn für Polen zu gewinnen;

Polen müsse an die Donau vorstoßen. Das könne aber nur geschehen, wenn es eine Idee verkünde, und zwar die Idee des Drei-Meere-Imperiums. In dieser Konstruktion müsse Ungarn eine Schlüsselstellung einnehmen. Die Grundlagen zur polnisch-ungarischen Zusammenarbeit bestünden seit Jahrhunderten. Aber das sei noch nicht alles. Ungarn sei heute zu schwach, um den Donaupfeiler des von Polen geführten "Imperiums der Mitte" zu bilden. Diese Pfeiler müsse man woanders suchen, und zwar in Sofia und Belgrad. – Jugoslawien und Bulgarien hätten Küsten; so könne ein "Sicherheitsdreieck" Ostsee-Adria-Schwarzes Meer entstehen. Ungarn müsse das Übergangsland bilden. Hier eröffneten sich ideale Möglichkeiten für die polnische Außenpolitik ! Daß dies eine reale Konzeption werde, hänge von Polen selbst ab. "Hören wir auf mit dem Freudengeschrei, daß wir Deutschland Danzig nicht gegeben haben und beginnen wir den großen historischen Bau !"

 

Die Ostsee – ein polnisches Binnenmeer

 

In der Wochenschrift "Prosto z Mostu" vom 25. Juni veröffentlicht ein St. Piasecki einen Aufsatz, in dem er betont, daß Polen sich an der Ostsee viel zu sehr defensiv verhalte.

Das Schlagwort: "Wir lassen uns nicht abdrängen" bedeute geradezu Feigheit. Polen dürfe nicht vorgehen wie ein Schneider, der zu wenig Stoff hat, sondern es müsse so zuschneiden, als ob es mit dem Stoff nicht zu sparen brauche. Das richtige Schlagwort sei: "Die Ostsee ein polnisches Binnenmeer !" Wörtlich heißt es: "Ist das zu kühn zugeschnitten ? Das kleine Rom hat einstmals kühner zugeschnitten, als es den für Jahrhunderte berechneten Kampf um das Mittelmeer begann. Und es hat es geschafft." Doch sei das in diesem Schlagwort ausgedrückte Programm erst ein Minimalprogramm; das, Maximalprogramm müsse ein "Drei-Meeres-Programm" sein. Und zwar müsse sich Polen den Besitz von Ostsee, Schwarzem Meer und Adria sichern.

Polens gemeinsame Grenze mit Japan am Ural !

In der Monatsschrift "Nasza Przyszlosc" finden sich folgende Ausführungen:

"Es ist nur eine Notwendigkeit, daß Japan den entschlossenen Wunsch zumindestens privater polnischer Kreise nach einer gemeinsamen Grenze der imperialen Ausdehnung am Ural erfährt. Das wird Polen in gewissem Maße vor einem eventuellen für uns gefährlichen Lavieren Japans in Richtung der für Polen bedrohlichen Intrigen der Achse schützen. Es wird zugleich die öffentliche Meinung Japans und mit ihr die Armee in einer für unsere geopolitischen Interessen günstigen Richtung vorwärtstreiben. Aber die japanischen Soldaten müssen wissen, daß, wenn sie am linken Ufer des Ural ankommen, sie am rechten Ufer von polnischen Ulanen begrüßt werden."

 

(Ilustrowany Kurjer Codziellny  v. 8. Juli)

Polen braucht 500 km Küste

Zum "Feiertag des Meeres" schreibt die nationale Wochenschrift "Merkurjusz Polski" vom 2. Juli:

 

"Mit elementarer Gewalt drängt das neue Polen an die Ostseeküste. Ein Land, das 84 v. H. seiner Einfuhr und Ausfuhr über seine Häfen leitet, hat bewiesen, daß es nicht 140 km, sondern 500 km Küste braucht. Das ist unser ,Lebensraum', den wir fordern müssen. Unser wahres ,Fest des Meeres’ wird erst dann beginnen, wenn die polnischen Divisionen im unaufhaltsamen Vormarsch auf die Ostsee vorrücken."

 

Polen - das Zentrum Europas

Mit Stolz wird im "Merkurjusz Polski" vom 2. Juli bemerkt, daß sich die ganze Welt für Polen zu interessieren beginne. Duff Cooper z. B. habe gesagt:

"Die Zeiten, in denen England untätig oder fast teilnahmslos der Teilung Polens zusah - sind ein für allemal vorüber. Wir leben heute nicht mehr im 18. Jahrhundert !"

 

Die Zeitschrift bemerkt dazu:

 

"Wirklich, das Fehlen Polens auf der Karte Europas hat in seiner letzten Konsequenten die Katastrophe des Weltkrieges hervorgerufen. Denn Polen ist das politische und moralische Zentrum des europäischen Kontinents."

 

Breslau, Stettin, Königsberg - polnische Städte !

 

In der nationalradikalen Zeitung "A. B. C." vom 16. August wird daran erinnert, daß Polen in historischer Zeit bis an die Oder gereicht und einen breiten Seezugang gehabt habe. Breslau und Stettin seien polnische Residenzstädte gewesen, in Königsberg, wo ein polnischer König die Universität gegründet habe (!), habe ein polnischer Wojewode regiert. Polen denke jetzt an die ehemaligen Westgebiete, die einstmals zu Polen gehörten.

(S. T. Z. v. 17. August)

 

Ein Wort Marschall Ryds-Smiglys auf der Legionärstagung von 1931

"Wir werden bald gegen den deutschen Erbfeind marschieren, um ihm endgültig die Giftzähne auszubrechen. Die erste Etappe auf diesem Marsche wird die Besetzung von Danzig sein. Wenn erst Danzig und Ostpreußen zum polnischen Mutterland zurückgekehrt sind, wird auch Deutschland über den Abschluß eines Vertrages im Osten mit sich reden lassen. Haltet euch bereit für den Tag der Abrechnung. Die Stunde der Rache ist nahe."

Kriegsende in Stettin, Königsberg und Breslau

Kapitän zur See, Klossowski, erklärte auf dem "Fest des Meeres" in Kattowitz am 30. Juni 1939:

 

" ...Polen wird den ihm aufgezwungenen Krieg in Stettin, Königsberg und Breslau beenden."

 

"Noch etwas zu erobern"

 

Stabschef Oberst Wenda erklärte auf einer Bezirksversammlung des Lagers der Nationalen Einigung in Teschen am 2. Juli 1939:

"Die jetzigen Grenzen des polnischen Staates decken sich nicht mit den historischen Grenzen. Polen hat nicht nur etwas zu verteidigen, sondern sogar noch etwas zu erobern."

"Rückkehr jener urpolnischen Erde"

Minister Koscialkowski erklärte auf einer Rede bei der Einweihung einer Gedenktafel für Pilsudski in Ciechocinek am 4. Juni 1939:

 

"Die Imponderabilien des Marschalls befehlen der polnischen Nation, nicht nur zur Verteidigung der heutigen Grenzen zu kämpfen, sondern um den vollen Sieg, der in seinem letzten Ergebnis die Rückkehr jener urpolnischen Erde zur Republik Polen ist, die schon seit langem zu ihr gehören müßte."

Der "geopolitische Rahmen" für Polen

Armeeinspekteur General Sosnkowski erklärte in seiner Rundfunkrede vom 12. Mai 1939:

 

"Der Marsch der Legionen muß also weiter ohne Atempause dauern, bis sie ihre historische Mission voll erfüllt haben. Für diese Arbeit müssen entsprechende geopolitische Rahmen geschaffen werden. Man muß für unsere Kinder einen guten Start zu weiteren Anstrengungen an der Festigung der Macht des Staates schaffen."

Weitere Äußerungen führender Polen aus diesem Jahre

Mikolajczyk,  Vorsitzender der Großpolnischen Landwirtschaftsvereine:

 

" ...Man muß sich darüber Rechenschaft geben, daß Polen so lange keinen Frieden kennen wird, so lange es sich nicht auf die Oder stützen kann."

 (Rede auf der Hauptversammlung der großpoln. Vereine der Landwirtschaftszirkel in Posen am 21. Juni.)

 

Generalstabsoberst Switalski :

 

"Beten wir, daß unsere Brüder jenseits der Grenzen aushalten mögen, daß ihre Probezeit verkürzt wird und beten wir um eine große Tat, um ein zweites Grunwald, das sie aus der Unfreiheit erlöst und uns einen entsprechenden Frieden sichert."

(Rede anläßlich einer Kirchenvisitation der Bischöfe in Graudenz am 20. Mai.)

 

General Gorecki:

 

 "Im Falle eines Angriffs werden wir alle unsere Kräfte opfern, um rücksichtslos loszuschlagen und die Zwei-Millionen-Masse unserer Landsleute zu befreien, die vorübergehend unter fremdem Joch geblieben ist. Diesen senden wir unsere brüderlichen Grüße sowie die Versicherung, daß alle durch sie bewohnten Gebiete der großen und mächtigen Republik Polen einverleibt werden."

(Rede auf der Tagung der polnischen Reserveoffiziere in Lodz am 22. Mai 1939.)

 

Gelegentlich einer Feierstunde in Bielitz am 14. Juni sagte der Regimentskommandeur General Kustron, zweiter Vorsitzender des Westverbandes, die polnische Armee werde Polen nicht enttäuschen und nach dem siegreichen Krieg den Frieden in Deutschland, und zwar in Berlin, diktieren.

 

Bei einer Tagung der dem Lager der Nationalen Einigung angehörenden Sejmabgeordneten in Gdingen, an der der Chef des Lagers, General Skwarczynski , der polnische Flottenchef Konteradmiral Urung , der Wojewode von Pommerellen und der polnische Generalkommissar in Danzig, Chodacki, teilnahmen, sagte der Vizemarschall des Sejm  u. a. :

 

"Für jeden Polen ist heute die Feststellung eine Binsenweisheit, daß der gegenwärtige Besitzstand, dieser schmale Streifen eigener Küste, der eigene Hafen in Gdingen, der zweite Hafen in Danzig im polnischen Zollgebiete das Minimum der Berechtigungen zur See darstellt, die einem Staate von der Dynamik, den Bestrebungen, Notwendigkeiten und Möglichkeiten wie Polen zugestanden werden müssen."

(Polska Zbrojna  v. 25. Juni)

 

Die Karte vom größeren Polen im Herzen eingezeichnet

"Express Poranny" bespricht am 14. April die Pflichten eines Polen in der Gegenwart; jeder Pole müsse eine feste Haltung einnehmen und wissen, was Polen will.

 

"Jeder polnische Bürger rnuß ungefähr in seinem Herzen eine Karte eingezeichnet haben, die Polen zeigt, wie es sein muß, wenn ihm die Bedingungen eines starken und festen Daseins gesichert sein sollen. Auf diese Karte rnuß er dauernd blicken und sich über die Notwendigkeit klar sein, die auf ihr eingezeichneten Grenzen zu verwirklichen. Er darf sie nie vergessen und muß auf den Tag warten, wenn es möglich ist, diese Grenzen mit der Tat zu zeichnen; diesen Tag muß er nicht als von Gott zugelassenes Schrecknis Gottes, sondern als eine ersehnte

Gelegenheit erwarten."

Danzig, Ostpreußen, Schlesien

Der "Dziennik Poznanski"  vom 24. Mai schreibt zu einer Meldung über die Friedensgebete, die bei den Maiandachten in ganz Polen gesprochen wurden:

 

"Und wenn man fragt, wovon lebt heute Warschau ? Dann kann man nur auf drei Themen hinweisen: Danzig-Masuren-Oppeln. Man spricht von ihnen, daß sie unser sein müssen."

Schlesien gehört zum polnischen Lebensraum

Das nationalradikale polnische Blatt "A. B. C." schreibt am 26. Mai der polnische Lebensraum sei viel großer als das polnische Staatsgebiet:

 

Ostpreußen sei in geographischer und wirtschaftlicher Hinsicht ein Teil Polens, ethnographisch sei der ganze Süden polnisch, die deutsche Bevölkerung wandere ins Reich ab. Die Universität Königsberg sei von einem polnischen König gegründet worden. Historisch sei Schlesien polnisch, die schlesische Bevölkerung sei überall der Abstammung nach, in Oberschlesien auch der Sprache nach, polnisch.

Die "verdeutschten Polen" Niederschlesiens

In einem Aufsatz in der Zeitschrift "Prosto z Mostu" vom 18. Juni weist ein P. Musiol auf die Verbindungen Niederschlesiens mit Polen hin, die er für das Mittelalter als überragend darstellt. Er schließt:

 

"Noch heute schlägt durch die dünne deutsche Tünche das slawische Antlitz dieses Landes durch. Und wenn auch das Volk schon eine fremde Sprache spricht, so ist es uns doch eigenartig nahe. Das sind doch verdeutschte Polen!"

Vor 1000 Jahren versäumt -jetzt wieder aufnehmen !

In der "Polska Zbrojna" vom 6. Mai weist Stanislaw Poraj in einem Aufsatz: "Die Ausdehnungswege Polens in der Piastenzeit" auf eine enge sprachliche Verbundenheit der  untergegangenen, nichtpolnischen Elbslawenstämme mit Polen hin. Polens Aufgabe in der Piastenzeit sei die feste Verbindung des Elbslawentums mit Polen gewesen.

"Hätte sich die politische Expansion Polens nicht im Mittelalter von den Ostseegebieten weg nach Osten hin gerichtet, so wären auch die weiter im Westen sitzenden pommerschen und die ihnen sprachlich und territorial am nächsten stehenden weletischen Stämme in den Umkreis der polnischen Kultur- und Spracheinflüsse geraten." Erst der Tod von Boleslaw Krzywousty (1183) hat die polnische Expansion nach Westen abgebrochen. "Die wiedererstandene Republik scheint sich bewußt zu werden, welche Schlüsse aus den schon beschriebenen Blättern der Geschichte zu ziehen sind. Wenn ihr auch die Jagd nach Phantomen fremd ist, so zeugt doch das sich von Tag zu Tag wandelnde Antlitz unserer Küste und der immer kräftigere Ausbau unserer Kriegsmarine und Handelsflotte davon, daß die Ideologie Mieszkos I., Chrobrys (der beiden ersten polnischen Herrscher) und Krzywoustys nach 1000 Jahren eine Wiedergeburt in unserem ganzen Volke erlebt."

Eroberungen bis zur Elbe

Aus einem Flugblatt des Vorbereitungsausschusses zur Grunwaldfeier in Bielitz:

 

"Der Deutsche lebt seit zwei Jahrtausenden von Raub, Mord und Germanisierung der slawischen Stämme – der unbedeutende deutsche Stamm wuchs zur Größe durch Raub des Landes und Vernichtung der Slawen." Und an anderer Stelle: "Wir als Nation stellen den deutschen Eroberungswahn seit 1000 Jahren entgegen das Bewußtsein unserer Rechte, der Pflicht und der Kraft. – In Anlehnung an diese höchsten Werte der menschlichen Kultur haben wir immer und überall die Deutschen besiegt und werden sie besiegen. – Wir werden zurücknehmen, was uns der Deutsche weggenommen hat an der Elbe, Oder und Weichsel !"

Polens "allerleichteste Friedensbedingungen"

"Tempo Dnia" vom 30. Juli berichtet von einer freundschaftlichen deutsch-englischen Unterhaltung in gesellschaftlichen Kreisen, bei der man den Deutschen klar gemacht habe, daß England und Polen gemeinsam den Krieg gewinnen müßten und folgende allerleichteste Friedensbedingungen stellen würden:

 

I. Helgoland an England.

2. Eine Kieler Kanalzone internationalisiert.

3. Bayern und Österreich werden als katholisches Königreich von Deutschland abgetrennt.

4. Böhmen wird in seinen historischen Grenzen wiederhergestellt.

5. Ein vergrößertes Memelgebiet an Litauen.

6. Danzig und Ostpreußen kommen zu Polen.

7. Die Westgrenze Westpreußens verläuft bei Kolberg.

8. Ganz Oberschlesien an Polen.

9. Frankreichs Ostgrenze am Rhein.

 

So würden nach englischer Meinung die gemäßigten Friedensbedingungen aussehen, also solle sich Deutschland überlegen, ob es lohne, einen Krieg zu wagen.

"Säuberung" Polens, Danzigs und Ostpreußens

Im "Slowo Pomorski" (Thorn, 7. August) erschien ein Artikel mit folgenden Wendungen:

 

"Deshalb sagen wir Polen heute ganz deutlich:

Geht dahin zurück, woher lhr gekommen seid. Auf Schubkarren, die von Hunden gezogen wurden, kamt Ihr angekarrt. Ihr brachtet nur ein schlechtes Unterbett mit. Mit einem solchen könnt Ihr auch los ziehen. Der Rest bleibt hier. Der Deutsche wird nicht mehr in Danzig jedes Roggenkorn, das nach Obersee geht, kontrollieren. ..Der Deutsche wird uns in Ostpreußen nicht mehr zur Seite sitzen wie ein Geschwür in der AchselhöhIe. Wir werden ihn aus Schlesien vertreiben, nur etwas weiter, als die heutige Grenze geht ! Er wird aus der Lodzer Industrie verschwinden. Wir werden Polen säubern !"

Polen -Beschützerin der europäischen Zivilisation

 

Ein Leitartikel des I. K. C. vom 1. Juni beschäftigt sich mit der bedeutenden Rolle, die Polen in der europäischen Politik spiele, und die jetzt ganz besonders groß geworden sei. Deutschland wolle die Weltherrschaft, Rußland die Weltrevolution -Polen stehe zwischen ihnen und sei die wahre Hüter in der europäischen Zivilisation und des Friedens.

"Polen verteidigt in Europa Zivilisation und Freiheit, Gleichgewicht und Frieden, aber vor allen Dingen seine Rechte, die es sich nicht wegnehmen läßt."

"Huldigung Preußens !"

Auf einer Kundgebung der im regierungsfreundlichen Verband der polnischen Berufsvereinigungen zusammengeschlossenen Arbeiter am 7. Mai in Warschau sagte der Chef des Stabes des Lagers der Nationalen Einigung, Oberst Wenda:

 

"Wir gehören zu einer Nation, die in ihrer Geschichte die ,Huldigung Preußens' hatte. Der Hinweis darauf sollte eine Warnung für die Nachbarn sein, die durch leichte Eroberungen mutig gemacht, ihren ,Lebensraum' auf urpolnischem Boden suchen."

(Express Poranny  v. 8. Mai)

Warschau 1920[1] – die größte Schlacht der Weltgeschichte

Das Regierungsblatt "Expreß Poranny" vom 15. August schreibt, Polen habe 1920 seine 18., die größte Schlacht der Weltgeschichte gewonnen, obwohl es 1914 noch keinen Soldaten gehabt habe. Polen sei eben ein Soldatenvolk, das sich immer schlägt. Jetzt sei Polen besonders bereit zum Kampf, darum "wehe dem , der mit uns die 19. und größte Schlacht der Weltgeschichte riskieren wollte!"

Vor neuen Siegen !

Ein Leitartikel der "Polska Zbrojna" vom 15. August zur Erinnerung an die Schlacht von Warschau geht auch auf die heutige Lage ein; Polen stünde vor einer neuen Kraftprobe.

 

"Wieder sammeln sich über uns die schwarzen Wolken eines feindlichen Ansturms, der zweifellos mächtiger ist als der damalige. ..Aber auch auf unserer Seite wuchsen die physischen und geistigen Kräfte. Die Vaterlandsliebe. ... genügt uns, um mit Unnachgiebigkeit und Wut die Heimaterde zu verteidigen und, wenn es nötig ist, den Räuber in seinem eigenen Schlupfloch auf zu suchen !"

 

Nachdem die Tüchtigkeit und Stärke Polens hervorgehoben wurde, schließt der Artikel:

 

"Das Andenken an den großen Marschall, der in der Warschauer Schlacht den Feind zerschmettert hat und das dann siegreich befestigte, sei uns immer lebendig und führe uns in neuen Kämpfen zu neuen Siegen!"

Polen – der sichere Sieger über Deutschland

"Tempo Dnia" bringt nach dem Hudsonplan folgendes Gespräch zweier polnischer Soldaten im Manöver:

 

"Hast Du gelesen, daß die Deutschen 27 Milliarden für ihre Abrüstung wollten ?" - "Ach was, wir würden sie viel billiger entwaffnen!"

(Tempo Dnia  v. 26. Juli)

 

"Miles gloriosus" der polnische und der deutsche Soldat

Der polnische Hauptmann Polesinski hielt am 30. Mai in der "Föderation der Vaterlandsverteidiger", Warschau, einen Vortrag über den polnischen und den deutschen Soldaten. Er hat diesen Vortrag in mehreren Städten Polens wiederholt, zum Beispiel in Lodz, in Wilna am 10. Juni, in Bromberg (hier im Saale des enteigneten deutschen Zivilkasinos) am 20. Juni, in Posen am 25. Juni, in Kattowitz am 9. Juli. In seinen stets gleichen Betrachtungen über Kampfwert des deutschen und des polnischen Soldaten führte Polesinski folgendes aus:

 

Auf dem Schlachtfeld der Neuzeit siegen nicht Maschinen und Waffen sondern es siegt, wer den stärkeren Willen und Charakter hat. Vom Standpunkt der moralischen Haltung aus sei nun der polnische Soldat dem deutschen Soldaten weit überlegen. Der polnische Soldat sei vorwiegend Landbewohner, deshalb hartnäckig, ausdauernd und unbeugsam; der deutsche Soldat dagegen sei Städter, verderbt durch die Bequemlichkeiten der Technik, daher nachgiebig und größeren Schwierigkeiten nicht gewachsen. Das deutsche Heer sei auch nicht einheitlich; neben dem brutalen Preußen stände der dickbäuchige Bayer, der friedliche Österreicher. Der polnische Soldat habe die Fähigkeit der Entsagung und Selbstverleugnung, der bescheidene Pole könne im Krieg auf alles verzichten. Der Deutsche sei an Luxus gewöhnt, die Notwendigkeit der Einschränkung werde deshalb seine moralische Widerstandskraft verringern. Die heutige junge Generation in Deutschland sei durch den "Trieb zum Genießen" gekennzeichnet ; 75 v. H. der deutschen Jugend sei geschlechtskrank. Deutschland versuche, Alkohol und Seuchen auch nach Polen einzuschleppen; wörtlich heißt es: "Viele Restaurants in Polnisch-Schlesien erhalten aus Deutschland Unterstützung, um die polnische Tugend systematisch an die Trunksucht zu gewöhnen und ihre moralische Widerstandskraft zu schwächen. Auf Grund von Untersuchungen wurde festgestellt, daß die Hitleristen zu dem gleichen Zweck bewußt Äther als Rauschgift nach Polen schmuggeln!" Der künftige Krieg verlange Individualisten; der Pole sei ein typischer Individualist; der Deutsche fühle sich nur in der Masse wohl, wisse sich allein nicht zu helfen. Nach der ersten großen Niederlage verfiele der Deutsche der Panik, der Pole habe Selbstbeherrschung und Ruhe. Beim Vergleich der Offizierskorps stellt Polesinski fest, daß im polnischen Offizierskorps junge Leute von großem moralischem und fachlichem Wert an leitenden Stellen stünden, im deutschen Offizierkorps gäbe es vorwiegend Konjunkturritter; der Geist der Kameradschaft fehle. Der künftige Krieg mit den Deutschen dürfte der Zusammenstoß zweier Weltanschauungen sein. In dieser Lage entscheide die ideelle Grundlage des Menschen. "Der polnische Soldat weiß, daß er mit dem Marsch auf Berlin die Mission eines Befreiers der von dem Joch des barbarischen Hakenkreuzes Unterdrückten erfüllt." ..."Bei uns herrscht ein von den Vätern ererbter Haß gegen die Deutschen und das Deutschtum. Der Krieg wäre für Polen ein heiliger Kreuzzug." ... "Durch so viele Jahrhunderte hat das polnische Volk dem Ansturm des Germanentums standgehalten, in allen - Zusammenstößen hat es vollständige Siege davongetragen. Heute, da in ganz Europa die Angstpsychose wütete und die größten Mächte bei dem Gedanken an morgen zitterten. Da es Völker gab, die ohne Schuß ihre Freiheit aufgaben, antwortete das polnische Volk auf die deutsche Arroganz und die nichtswürdigen Eroberungspläne soldatisch: nein ! und erhob sein Gewehr zum Schuß. Polen hat die Psychose Europas gebrochen, hat seine Ehre gerettet."

(Polska Zbrojna v. 1. Juni)

Die "besten Soldaten der Welt"

 

Hauptmann Polesinski hat neuerdings seinen Vortrag zu einer 48 Seiten starken Broschüre: "Der polnische und der deutsche Soldat" verarbeitet. In dieser Broschüre stellt er noch folgendes fest:

 

Im deutschen Heer herrsche ein Gegensatz zwischen Offizierskorps und Mannschaft, deshalb kämen dauernd Desertionen vor. In Polen kenne man etwas ähnliches nicht. Der deutsche Soldat hat einen verlorenen Krieg hinter sich, der polnische - einen gewonnenen; außer dem haben die Deutschen beim Krieg mit Polen das Bewußtsein, daß sie sich mit den besten Soldaten der Welt schlagen müssen, sie kennen auch den jahrhundertealten Haß der Polen gegen die Deutschen, das wird sie niederschmetternd beeinflussen. Außerdem ist Deutschland uneinheitlich, in Österreich und Böhmen warten 14 Millionen auf den Moment, gegen Deutschland losschlagen zu können. Deshalb kann Deutschland bestenfalls nur die Hälfte seiner Armee gegen Polen aufstellen, das heißt ebensoviel wie Polen, doch sind die Polen unvergleichlich besser. In Deutschland herrsche schließlich Spionenfurcht und Mißtrauen, in Polen appelliert man an den Patriotismus , in Deutschland - an die Angst.

(Merkurjusz Polski v. 9. Juli)

 

"Zum mächtigsten Volk dieses Erdteils werden" –

1 Pole = 3 Deutsche

 

"Merkurjusz Polski" vom 23. Juli bringt eine Lebensbeschreibung und Würdigung des Hauptmanns Polesinski. Niemand habe in Polen je so mitreißende Vorträge wie die seinen gehört. Polesinski kämpfe um etwas besonderes, um den "starken Menschen". Er wolle das alte polnische Ritterwesen unter der Devise: "Kreuz und Schwert" wieder aufbauen. Trotz aller Gegner seiner Ideologie setze er sich durch, er fordere und betreibe jetzt die moralische Aufrüstung, durch die Polen zum "mächtigsten Volk dieses Erdteils werden könne". Polesinski wolle es so weit bringen, daß der polnische Soldat moralisch hoch über seinen Gegner steht und eben so viel wert sei wie drei feindliche Soldaten. Dieser Glaube wird heute im Land verbreitet wie ein heiliger Brand !

Polnische Seegeltung

Zu einem Aufruf des Regierungsblattes "Expreß Poranny" vom 25. Juni zum polnischen Tage des Meeres wird das polnische Volk aufgefordert, seinen Gefühlen für Polens Seegeltung Ausdruck zu geben. Am treffendsten habe das die polnische Jugend getan, indem sie über einen Hafen von Schiffsmodellen in Thorn die Inschrift anbrachte:

 

"Gott, hauche dieser Flotte Leben ein." Jeder Pole müsse bekunden, "daß das Meer schon mit unserem Blut in unseren Adern pulst".

"Vom Leibe Polens abgerissen"

Auf einer Tagung des Verbandes zur Unterstützung des Auslandspolentums in Lublin, die im Beisein des Wojewoden von Lublin stattfand, wurde der Beschluß gefaßt, eine Erinnerungstafel an der Stelle anbringen zu lassen, an der Herzog Albrecht Friedrich von Preußen im Jahre 1569 dem polnischen König huldigte. Im Text der Entschließung heißt es:

 

"Mit diesem Akt wollen wir zugleich die zukünftige unabänderliche Bewegungsrichtung Ostpreußens nach unserem Vaterland aufzeigen."

 

Die Entschließung wurde von Vizeminister Piasecki und dem Lubliner Wojewoden unterschrieben. In einer einleitenden Rede erklärte der Vorsitzende des Bezirks Lublin des Verbandes:

 

"Ostpreußen gehört zum Organismus Polens, ist vom Leibe Polens abgerissen."

(Warszawski Dziennik Narodowy  v. 25. Juni)

Pessimismus und Furcht in Ostpreußen

Die "Gazeta Pomorska" vom 11. August berichtet aus Ostpreußen:

 

Die ostpreußische Bevölkerung sei voller Angst, weil sie wisse, daß sie mit den zu allem entschlossenen Polen kämpfen müsse. Weil man den Mut der Polen kenne, sei man sich über die ungünstigen Verhältnisse für Deutschland im klaren. Niemand lache mehr in Ostpreußen, überall höre man pessimistische Stimmen.

Die Achse der Slawen

"Merkurjusz Polski" vom 25. Juni schildert in einem Feuilleton J. Kisielewski und sein bekanntes antideutsches Buch: "Die Erde bewahrt das Vergangene." 

Kisielewski habe festgestellt, daß der deutsche Drang nach Osten auch heute lebendig und real sei, daß Deutschland auf der Asche der Slawen sein Leben aufbaue. Diese Methode würden sie wohl weiter anwenden.

Doch: "Wir werden ihnen das nicht mehr gestatten." Beim Krieg mit Deutschland müsse jeder Soldat das Buch im Tornister haben !

Polnische Mündung nicht allein bei der Weichsel

Bei: den Feierlichkeiten zum Fest des Meeres in Warschau am 29. Juni hatte unter den aufgestellten Transparenten eines die Inschrift:

 

"An der Ostsee werden die polnischen Wachen die feindlichen Abteilungen zu Staub zermalen."

Der Präsident der polnischen Meeres- und Kolonialliga, General Kwasniewski, sagte dabei u. a.:

 

"Die Erde bewahrt das Vergangene ...Tief in der Erde liegt die unumstößliche historische und geographische Wahrheit und die Wahrheit vom Polentum der Mündung nicht allein der Weichsel. Durchpflügt man diese Erde tief, so findet man zwischen Weichsel und Elbe die Asche der Slawen. Die Erde bewahrt diese Asche, sie hat das vergossene Blut aufgesogen und schweigt, aber das Meer rauscht. Schon weht der Wind vom Meer her, der vom kaschubischen Sandboden die Asche zu uns trägt und sie nach Wolhynien, Schlesien, Polesien, Wilna, bis an die Karpaten bringt. Die Asche der Ritterschaft Chrobrys und der Jagiellonen belebt Polen ewig mit ritterlicher Kraft, gibt ihr Schwert und Lanze in die Hand."

 

Bei den in ganz Polen stattfindenden Feiern sprachen die Teilnehmer den Rednern folgenden Schwur nach:

"Polen läßt sich nicht von der Ostsee abdrängen. Wir schwören, die ewigen Rechte Polens an der Ostsee und die Meeresbestimmung der Republik zu wahren, an der Weichselmündung unerschütterlich Wache zu stehen, den Gewinn Polens an der Küste und auf See ständig zu mehren, unsere Brüder jenseits der Grenzpfähle, den unabtrennbaren Teil der polnischen Nation, zu verteidigen und zu unterstützen: So wahr uns Gott helfe !"

(Gazeta Polska  v. 30. .Juni)

Polens Größe – vom Hellseher prophezeit

Die polnische Unbesiegbarkeit und die große Zukunft Polens werden auch von dem polnischen Hellseher Ing. Oszowiecki bestätigt, der in den ersten Julitagen ein lnterview gab. Er sagte unter anderem:

 

"Es wird keinen Krieg geben, nur der Nervenkrieg wird weiter anhalten. In ihm wird Polen seinen zweiten großen Sieg des 20. Jahrhunderts erringen. 1920 hat es den Ansturm Moskaus überwunden, jetzt besiegt es das Germanentum. Schon jetzt ist dank der unnachgiebigen Haltung Polens der deutsche Angriffswille gebrochen."

(T. D. v. 7. Juli)

Polens entscheidende Rolle

Der bekannte polnische Schriftsteller Jalu Kurek beklagt sich in einem Leitartikel des "Ilustrowany Kurjer Codzienny" vom 12. Juli über die allgemeine Unkenntnis polnischer Verhältnisse in Westeuropa. Dort kenne man nur die polnische Wirtschaft, polnischen Schmutz und polnische Unordnung. Das sei darauf zurückzuführen, daß die Polen überhaupt kein Talent für Propaganda hätten und daß Polen von der übrigen Welt durch Deutschland abgeschlossen sei. Daher sei ein so machtvolles Land im Ausland so wenig bekannt, Polen sei aber noch für eine entscheidende Rolle im Leben der Slawenwelt bestimmt, es müsse sich jedoch darauf vorbereiten, Propaganda und noch einmal Propaganda treiben. Deutschlands Wunsch, anderen ihre Hemden wegzunehmen, werde stets größer. "Aber, meine Herren , wenn es um Wäsche geht, dann habt Ihr unsere Hemden: Schlesien bis zur Oder und Ostpreußen !" In Kürze würde die Welt ein dramatisches Schauspiel erleben: den Untergang des braunen Roboters. Auch ein 84jähriger Greis wird noch erleben, daß die Größe siegt und der Hochmut unrühmlich untergehen wird !

Polen hat bisher den "Nervenkrieg" gewonnen !

"Goniec Warszawski" vom 13. Juli zieht eine Bilanz des bisher mit Deutschland geführten "Nervenkriegs" und stellt fest, daß Polen bedeutende Erfolge davongetragen habe. Polen habe den Nervenkrieg ausgezeichnet überstanden: die internationale Situation Polens habe sich außerordentlich verbessert, während man die Deutschen immer mehr als Friedensstörer ansehe. Die deutschen Formationen würden sich fürchterlich verbluten, wenn sie versuchen sollten, Polens Grenzen anzugreifen.

Herrschaft über Ostpreußen und ganz Oberschlesien !

In den Entschließungen des Obersten Rates der Nationalen Partei, der mächtigsten polnischen Oppositionspartei, die auf der Sitzung am 25. Juni in Warschau gefaßt wurden, heißt es außer äußerst scharfen Angriffen auf Deutschland und einer Betonung einer antideutschen Frontstellung:

 

"Im Fall eines Krieges muß sein Ausgang Polen die Rückkehr der ewig polnischen Gebiete, einen breiteren Seezugang, die Sicherung der Herrschaft über ganz Oberschlesien und Ostpreußen und eine solche Gestaltung der Verhältnisse in Mittel- und Osteuropa bringen, die ständig den Bestand des polnischen Staates und die Unabhängigkeit der durch die Raubgelüste Deutschlands bedrohten Nationen sichert."

(Warszawski Dziennik Narodowy   v. 28. Juni)

Schaffung eines großen Polen mit breitem Seezugang !

Auf der Tagung der polnischen Lehrerschaft in Thorn am 25. Mai sagte der Vorsitzende des Christlich-Nationalen Lehrerverbandes unter anderem:

 

"20 Jahre lang hat das polnische Volk seinen Staat mit einem Zugang zur See aufgebaut und wird keine Verkleinerung dieses Zugangs zulassen, und wenn es durch deutschen Angriff zu einem Krieg gezwungen wird, wird es alles tun, um die Reste der polnischen Gebiete - das sind die Reste Westpreußens Posens und Schlesiens - für immer mit dem großen Polen zu verbinden."

 

In einer von der Tagung beschlossenen "ideellen Deklaration" heißt es, daß für "ein großes Polen mit einem breiten Zugang zur See die polnische Lehrerschaft alle ihre Kräfte anwenden und vor keinem Opfer zurückscheuen werde".

(Warszawski Dziennik Narodowy  v. 29. Juni)

1 Million Polen in Oberschlesien wartet auf die Befreiung

Am 25. Juni wurde in dem unmittelbar an der deutschen Grenze gelegenen Orte Boruschowitz in Oberschlesien ein Denkmal für die polnischen Aufständischen eingeweiht. Bei den Weihereden wurde betont, daß das Denkmal den Brüdern jenseits der Grenze zeigen sollte, daß die Befreiungsstunde bald geschlagen habe. Eine Million polnischer Brüder und Schwestern warten in Deutschoberschlesien auf die Erlösung.

Die "Westgrenzen" von Boleslaw Chrobry

Das in Lissa stehende Ulanenregiment erhielt am 21. Mai bei einer Feier den Namen "Regiment des Königs Boleslaw Chrobry". General Knoll- Kownacki sagte bei dieser Gelegenheit in einer Rede:

 

"Ich versichere Euch, daß der Soldat die Geschichte seines Vaterlandes gut kennt, auch die von vor 1000 Jahren, und daß er sich daran erinnert, daß die Grenzen der Republik im Osten wie im Westen nicht die gleichen waren wie heute, und der Chef des vor Euch stehenden Ulanenregiments, Boleslaw Chrobry, schlug seine Grenzpfähle am zweiten großen slawischen Flusse ein."

(Ilustrowany Kurjer Codziellny  v. 24. Mai)

Kampf in Schlesien

Der ostschlesische Wojewode M. Graczynski betonte bei einem Biwak der Aufständischen in Kattowitz am 3. Mai:

 

"Wenn wir allgegriffen werden, werden wir mit dem Gedanken kämpfen, daß Polen noch viel gehört: sowohl historischer und nationaler Rechte wegen, als auch aus Gründen seines Lebensrechts. ... Aufständische! Schwört Ihr in dieser heiligen Mainacht, daß Ihr diszipliniert und geschlossen für die Größe des polnischen Namens in Schlesien kämpfen werdet ?"

(Polska Zachodnia  v. 4. Mai)

Ostpreußen – polnischer Lebensraum

Am 9. April sprach auf einer Bezirkstagung des Polnischen Aufständischen-Verbandes in Warschau ein Magister Jankowski über Polens Ansprüche auf Ostpreußen.

 

Ostpreußen habe immer nach Polen gestrebt und sei "polnischer Lebensraum", jetzt müsse das polnische Augenmerk auf dies urpolnische Land gerichtet werden. Die erste Etappe müsse die Einebnung der Hindernisse sein, die Ostpreußen noch künstlich politisch und psychisch von Polen trennten.

(K. Z. v. 13. April)

In Ostpreußen als Befreier erwartet

"I. K. C." vom 14. Juli veröffentlicht einen angeblich echten Brief eines masurischen Bauern in Ostpreußen, der die Zustände in Ostpreußen als sehr gespannt und ungünstig schildert. Er schließt mit den Worten :

"Wir schauen jetzt schweigend zur Grenze und warten auf den Krieg wie auf eine Erlösung. Wir hoffen, daß nur der Krieg uns aus dieser Not und Unfreiheit erlösen kann!"

Ein neues "Tannenberg"

Auf einer von der Nationalen Partei veranstalteten Feier zur Erinnerung an die Schlacht von Tannenberg von 1410 in Bromberg sprach der Vorsitzende der Partei, T. Bielecki, von einem neuen Tannenberg, das den Sieg Polens verewigen werde. Anschließend wurde in einer Resolution unter anderem ausgesprochen:

 

"Im besondere drücken die Versammelten die Überzeugung aus, daß Polen einen starken und breiten Zugang zur See haben muß, daß Danzig in seiner Gewalt sein muß, daß nicht nur alle von Polen bewohnten Gebiete in den polnischen Staat zurückkehren müssen sondern seine West- und Nordgrenzen so sein müssen, daß sie der Großmachtrolle und den wirtschaftlichen und militärischen Erfordernissen Polens entsprechen."

(Warszawski Dziennik Narodowy  v. 18. Juli)

"Imperium Polen"

In einer Massenversammlung in Teschen am 21. August erklärte Magister Swipay nach der üblichen geschichtsfälscherischen Einleitung:

 

Im kommenden Kriege wird Polen die früheren historischen, Meeresküsten in 1100 Kilometer Länge mit Stettin zurückerobern, alles geraubte Territorium Deutschland abnehmen, damit die Oder wieder polnisch werde, denn die heutige Grenze sei ein Absurdum. Der deutschen Hydra wird das Rückgrat gebrochen werden, man wird ihr die Zähne ausreißen, Arme und Beine amputieren. Polen wird seinen Drang nach Westen nach Berlin über die Oder bis zur Elbe zur Tat werden lassen. 2 Millionen entrechteter und geknechteter Polen müssen befreit werden und in den Schoß des Mutterlandes Polens zurückkehren. Es wird ein heiliger Kultur- und Glaubenskrieg um die heiligsten Güter der Menschheit werden. Die deutsche Seele der Räuber, Raubritter, Mörder und Satane wird gegen die reine Seele der polnischen Nation kämpfen. Gott selbst wird Polen gegen die deutsche Barbarei beistehen. Es wird ein Krieg für das Imperium Polen sein, welches siegreich aus dem Kampfe hervorgehen wird. Kniend haben deutsche Fürsten früher die Oberherrschaft Polens anerkannt; es wird auch jetzt Deutschland endgültig auf die Knie gezwungen und vernichtet werden.

Ostpreußen – ein urpolnisches Land !

In einem Kommentar zu einer Erklärung Edens über Polens Zugang zur See schreibt der "I. K. C." vom 29. Juli:

 

Ostpreußen sei keine "deutsche Insel", nur eine deutsche Kolonie. Das Land sei kernpolnisch, seine Ureinwohner seien Polen (!) gewesen, die die Ordensritter ermordet hätten. Trotzdem habe es dort 1910  312.000 Polen gegeben, heute gebe es mindestens 600.000 Polen in Ostpreußen. Die Rechte Deutschlands auf Ostpreußen seien ganz problematisch, die 1920 durchgeführte "Parodie einer Abstimmung" aber ein riesiges Unrecht an Polen !

"Die Wellen der polnischen Oder"

Die 16. Delegiertentagung des christlich-nationalen Lehrerverbandes in Kattowitz faßte am 7. Mai eine Entschließung, in der es unter anderem heißt:

 

"Diese Jugend wacht über ihr Piasten und richtet mit klopfendem Herzen ihren scharfen Blick nach Westen, wo die Wellen der polnischen Oder fließen. Und wenn die geschichtliche Stunde schlagen wird, werden ungezählte Abteilungen unserer schlesischen Adler zu unseren Brüdern mit dem Lied auf den Lippen: ,Tod oder Leben, hier gibt es keine Wahl' marschieren und ihnen die Freiheit bringen."

(Polska Zachodnia  v. 9. Mai)

Was die Wasser der Oder sagen

Ein Aufsatz des "Warszawski Dziennik Narodowy" vom 11. Juni gibt einen Rückblick auf Polens frühere Ausdehnung nach Westen und seine Stellung an der Oder:

Pommern, Schlesien, Ostpreußen seien mit Gewalt germanisiert worden, doch sei an vielen Stellen das Polentum erhalten geblieben. "Das wiedererstandene Polen hat nicht alle ihm gehörenden Lande erfaßt. Jenseits der Grenzen blieb vom Danziger Pommern, Bütow und Lauenburg, Pommern zu bei den Seiten der Oder und das Land Lebus..."  "Heute ist die Oder nur auf einen kleinen Abschnitt die polnische Grenze. Aber dieser Abschnitt wächst zur Rolle eines großen Symbols. Denn die Wasser der Oder sagen jahrhundertelang einstimmig: ‚Das polnische Volk in Deutschland läßt sich nicht!' "

Ansprüche in West-Oberschlesien

Der "Krakauer Ilustrowany Kurjer Codzienny" vom 20. April bringt einen Aufsatz:

 

"Wir strecken die Hand nicht nach fremdem Eigentum aus, aber wir denken an das, was polnisch war und polnisch ist."

 

Nach einer Darstellung der "Leiden der Polen in Oberschlesien" heißt es:

 

"Der irrt sich, der meint, daß die Republik die 900000 Polen vergessen hat, die diese Gebiete bewohnen. ..Unsere Rechte auf Oberschlesien können nicht verjähren, wie die Verwandtschaft von Sohn und Mutter nicht verjährt."

 

Zynische Witze über Danzig

Der "Slowo Pomorskie" vom 18. August nimmt zu. der Frage "Mit Danzig verhandeln ?" wie folgt Stellung:

 

"Gibt es irgendwelche Probleme, die Gegenstand polnisch-Danziger Verhandlungen sein könnten ? Gewiß, es gibt welche. Beispielsweise folgende Sache: Soll der Senatspräsident der Freien Stadt von der polnischen Behörde den Ausweis, der es ihm gestattet, sich ungehindert auf dem Gebiet der Freien Stadt zu bewegen, für die Dauer eines viertel Jahres oder nur für die Dauer eines Monats erhalten ,und zwar mit dem Recht, diesen Ausweis zu erneuern, falls die polnischen Polizeibehörden dagegen nicht Einspruch erheben ? Beiderseitiges Verständnis, beiderseitigen guten Willen wird auch die Feststellung verlangen, ob der Danziger Polizeipräsident auf drei oder auf fünf Schritt Entfernung salutieren soll. Wir werden weiter darüber sprechen können, ob die deutschen Zuwanderer an der Mündung der polnischen Weichsel auf den Ämtern polnisch sprechen müssen oder ob sie sich in den ersten zwei Jahren der deutschen Sprache werden bedienen können."

Küste mit Danzig und Königsberg

Der "W. D. N." vom 29. Juni behandelt eingehend das Programm, das der Wortführer Polens bei der Entente 1917 bis 1919 vertreten hat:

 

"Wahrhaftig, man könnte diese Denkschrift Dmowskis ohne Änderungen abdrucken - es wäre das eine ausgezeichnete Begründung der Behauptung, daß 1919 in Paris grundlegende Fehler gemacht worden sind, es wäre auch ein Fingerzeig für das Territorialprogramm für eine Neuregelung der Grenzen nach der neuen Niederlage Deutschlands. In den Memorialen und Schriften Dmowskis haben wir die Ansichten klar formuliert, wie das Gebiet des polnischen Staates beschaffen sein muß, damit dieser Staat mächtig und dauerhaft sei. Die Westgrenze ist oben gezeigt: Von den Karpathen zur Ostsee, eine Küste mit den Häfen Danzig und Königsberg."

Das Fell des Bären

Die Lemberger Zeitung "Wiek Nowy" schreibt am 20. August:

 

"Wie wird Europa nach dem neuen Weltkrieg aussehen ? Wir nehmen an, daß der Krieg nur kurze Zeit dauern und mit der Niederlage der Achsenmächte enden wird. In diesem Fall ist mit einer Zerteilung Deutschlands in zwei Staaten , in ein katholisches süddeutsches Österreich und in einen norddeutschen Staat, der zum Vorteil Frankreichs, Polens und gegebenenfalls Hollands erheblich kleiner werden würde, zu rechnen. Die Errichtung eines Staatenblocks beziehungsweise, was wahrscheinlicher ist, einer Föderation der Staaten, die zwischen der Ostsee, dem Schwarzen und Adriatischen Meer liegen, wäre dann auch aktuell. Italien müßte seine kolonialen Ansprüche aufgeben und Abessinien verlieren."

Ostpreußen ungeteilt zu Polen !

Die Wochenschrift "Narod Walce" schreibt am 20. Juli, Danzig sei eine polnische Stadt gewesen und müsse auch in Zukunft ein unversehrter Bestandteil des polnischen Staates bleiben. Ostpreußen stelle ein befestigtes Bollwerk dar, das Polen stets bedrohen wird, solange es sich in fremdem Besitz befinde. Deshalb müsse Ostpreußen zu Polen gehören und sei ungeteilt ein fester Bestandteil des polnischen Staates. In Ostpreußen müsse dann Polens überschüssige Landbevölkerung auf dem Wege  Siedlungen untergebracht werden. Deutschland müsse gezwungen werden, den ostpreußischen Raum ohne Bevölkerung an Polen abzutreten. Mit den in Deutschland lebenden Polen müßten die baltischen Länder polonisiert werden, damit so ein mächtiges Bollwerk des Polentums errichtet wird.

Danziger: Sachen packen !

Ein Feuilleton des "Ilustrowany Kurjer Codzienny"  vom 16. August sucht die Danziger Rede Försters zu bagatellisieren:

 

Nur Kinder hätten in Danzig zugehört. Die Danziger sollten sich nicht groß tun, ihre Sachen packen und sich beeilen, denn "die Stunde der Rache ist nahe !"

 

Polen in Deutschland sollen ausharren !

 

In Gdingen wurde Ende Juni in der Sitzung der Pommereller Landwirtschaftlichen Gesellschaft in Anwesenheit des Landwirtschaftsministers Poniatowski und des Wojewoden Raczkiewicz eine Entschließung angenommen, in der die jetzt schon auf zwei Millionen angeschwollenen in Deutschland lebenden Polen ermuntert werden, jenseits der Grenze in Ostpreußen und in Oppelner Schlesien auszuharren; sie würden niemals vergessen werden.

Großer Sieg auf Vorschuß

Der "Nowy Kurjer" vom 10. Juli prophezeit:

 

"Das polnische Volk hat sich in seiner Liebe zu den großen Ideen der germanischen Brutalität entgegengestellt. Seine tüchtige Armee hat den Untergang des Hitlerischen Reiches bewirkt, die von ihm unterjochten slawischen Völker befreit und sich selbst und den baltischen Staaten die Freiheit an der Ostsee sichergestellt."

Mit frohem Gefühl in den Krieg !

Das Regierungsblatt "Expreß Poranny" schreibt am 23. Juli:

 

Polen würde in den Krieg um Danzig mit der Überzeugung gehen, daß man endlich einmal mit dem Schwert die Verhältnisse an der Ostsee in Ordnung bringen müsse. Man würde mit dem frohen Gefühl in den Krieg gehen, daß eine historische Operation im Interesse der polnischen Zukunft durchgeführt wird !

Friedhöfe des Westslawentums

Das klerikale Blatt "Maly Djennik" vom 23. Juli bezeichnet Brandenburg, Mecklenburg und Schlesien als Friedhöfe des Westslawentums.

Wenn es zum Kriege komme, werde man sich endlich des übrigen Teiles des polnisch-schlesischen Gebietes, Ostpreußens und Masurens erinnern können.

Polen als Befreier unter dem Christusbanner

Die Kattowitzer "Polonia" vom 27. Juli schreibt zum Thema: "Um was werden wir kämpfen ?":

 

Der Zeitpunkt werde kommen, wo die siegreichen Heere der Verbündeten in die deutschen Städte einmarschieren würden. Es sei dann die Aufgabe der Verbündeten, das deutsche Volk in eine neue und bessere Ordnung Europas einzugliedern. "Unter dem Christusbanner werden wir zusammen mit den verbündeten Heeren unseren Brüdervölkern die Freiheit bringen und der Slowakei sowie den anderen Völkern Mitteleuropas das Joch der Unfreiheit nehmen."

Hinauf in schwindelerregende Höhen !

"Nowy Kurjer" vom 5. August berichtet über die Einleitung der Feiern, die in diesen Tagen. aus Anlaß des 25. Jahrestages der sogenannten "Tat der Legionen" begonnen haben, und zitiert die Ansprache des Bezirksvorsitzenden Posen des Legionärverbandes, Professor Jakubski in Anwesenheit des kommandierenden Generals Knoll-Kownacki und des Wojewoden:

 

"Wir marschieren gegen den Feind! Wir leben in zauberhaften Zeiten. Gelenkt durch die klugen, genialen Befehle des Obersten Heerführers beginnen wir den Lauf zum Ruhm. Es ist dies eine Gelegenheit, Polen hinauf zu ziehen in schwindelerregende Höhen, die dem Feinde nicht erreichbar sind; stellen wir Polen auf den Sockel des Ruhms, den es bisher nicht erreicht hat. Der Zorn des polnischen Volkes wird den Feind durch die Macht des polnischen Geistes und die Stärke der polnischen Waffen schlagen. Möge er heulen und um Mitleid flehen, wenn er zu unseren Füßen kriecht , wenn das Maß der Gerechtigkeit sich erschöpft. Legt Ihr Euch Rechenschaft darüber ab, daß Polen dem Morgenrot des Glanzes entgegeneilt. Ich frage Euch, seid Ihr bereit ?" (Tosende Zustimmung: "Ja, wir sind bereit !")

 

Granaten auf Danzig !

"Czas"  vom 7. August droht mit einem Bombardement Danzigs:

 

"Die Geschütze sind auf Danzig gerichtet, die Polens Ehre schützen. Es sollen sich alle klar darüber sein, daß diese Geschütze schießen, wenn die Behörden der Freien Stadt entgegen den offensichtlichen Interessen der Danziger Bevölkerung Polen vor irgendwelche vollendete Tatsachen stellen wollen."

Die weitesten historischen Grenzen wieder herstellen !

"Kurjer Warszawski" vom 7. August schreibt:

 

In Polen sei nicht das Bewußtsein für die Aufgabe geschwunden, die in der Errichtung einer solchen Macht besteht, wie sie Polen einmal auf dem Höhepunkt seiner tausendjährigen Geschichte innegehabt hat. Das Werk der polnischen Piastenkönige, die ein Polen geschaffen haben, das sich breit auf die Ostsee stützte und das Werk der Jagiellonenkönige, die Polen zu einer Großmacht in Osteuropa gemacht haben, das Werk König Bathorgs und Sobieskis, für die Polens Stellung an der Ostsee und in Mittel- und Osteuropa den lebendigen Inhalt der staatlichen Existenz bedeutete, werden für das heutige Polen immer begreiflicher und verständlicher.

Gegen Danzigs deutsche Bevölkerung

In einer der vielen Stellungnahmen zur Rede des Gauleiters Forster in Danzig, die die Rede bagatellisieren und lächerlich machen wollen, heißt es zum Schluß:

 

"Die Danziger können über ihr Schicksal entscheiden, und wenn sie nach dem Reich auswandern wollen, wird ihnen niemand von uns ein böses Wort sagen. Aber über die Weichselmündung entscheidet Polen, dagegen gibt es kein Mittel. Zu lange haben sich die Deutschen nach Osten gedrängt, die Flußmündungen in die Ostsee entlang. Jetzt wird das Gezeter nicht helfen. Es ist die Zeit gekommen, diese Geschäfte zu liquidieren ! Je schneller, desto besser !"

(Polonia  v. 12. August)

Es gibt keine Freie Stadt Danzig

"Slowo Pomorski" vom 8. August und "Dziennik Bydgoski" vom 10. August berichten über eine Monatsversammlung des Verbandes der Reserveunteroffiziere am 3. August in Thorn: Einstimmig wurde beschlossen, in Zukunft auf keinen Fall mehr den Ausdruck "Freistaat Danzig" zu gebrauchen.

 

Die Versammelten riefen aus: "Es gibt keine Freie Stadt Danzig, es gibt nur ein polnisches Danzig !"

 

In der Entschließung heißt es weiter: "Die seit Jahrhunderten uns gehörende Weichselmündung wird niemals deutsch sein."

In den Krieg wie zum Tanz !

Das Organ des Aufständischen-Verbandes "Powstaniec" ("Der Aufständische") vom 18. August schreibt unter der Überschrift: "Die letzte Warnung des obersten Führer Polens":

 

"Die Aufständischen werden auf den Befehl des obersten Führers in den Krieg wie zum Tanz ziehen in der Gewißheit, daß noch viele rückständige Rechnungen zu begleichen sind. Es gilt, die unterdrückten Brüder aus dem Joch der kreuzritterlichen Bestie zu befreien."

Märchen über Pommern

Das national-radikale Blatt "A. B. C." erklärt am 18. August, außer dem Pommerellen, das heute zu Polen gehört, gebe es noch ein anderes Pommerellen, das heute nicht zu Polen gehört und dessen Hauptstadt Stettin ist. Dieses Pommerellen sei vor noch nicht allzulanger Zeit von einer polnisch sprechenden Bevölkerung bewohnt worden.

Das Olsagebiet genügt nicht

Das Organ des Aufständischen-Verbandes "Powstaniec" vom 20. August erklärt, im Oktober vorigen Jahres sei einer der beiden schlesischen Teile, die von Polen losgerissen worden seien, obwohl sie uralte polnische Erde darstellten, an Polen zurückgekehrt, das Olsa-Gebiet. Außerhalb stehe noch der zweite Teil, wo die polnische Oder fließe und polnische Brüder in Unfreiheit lebten. Wenn die Stunde der Vorsehung schlage, würde sich das Aufständischenheer in Marsch setzen und die Wiedervereinigung aller schlesischen Teile unter der polnischen Fahne vollziehen.

 

Änderung der Grenzen von der Ostsee bis zum Brenner

Die polnische Wochenschrift "Wies Polska" vom 10. August beschäftigt sich in einer Glosse mit der Rede des Gauleiters Forster in Danzig und schreibt in diesem Zusammenhang unter anderem folgendes:

 

"Selbst vernagelte Köpfe sollten verstehen, daß Danzig von drei Seiten durch Polen ‚eingekreist’ ist und daß - wenn man schon den Maßstab der Danziger Provokationen anlegt - der ‚Freien Stadt’ weder Gauleiter vom Format eines Forster, noch sogar ‚Führer’ helfen können. Und an die Änderung der Grenzen von der Ostsee bis zum Brenner werden wir auch denken. Wir wissen, was Deutsche hier geraubt haben, und wenn die Zeit dafür kommt, werden wir ihnen helfen, die geraubten Länder an diejenigen zurückzugliedern, denen sie gehören."

"Der größte Herr auf Erden"

In einem Aufsatz "Polen wacht über seinem Zugang zum Ozean" wird Polen als der Schutzherr und beste Freund Dänemarks dargestellt. In Deutschland könne man sich ruhig durch Weissagungen Mut machen, in Polen wisse man genau, daß:

 

"Der größte Herr auf Erden

ist der polnische Soldat,

der sich mit silbernen Streifen

den Kragen schmückt."

(Ilustrowany Kurjer Codziellny  v. 12. Juli)

Polen hätte Danzig schon 1938 nehmen sollen !

In einer Berichterstattung aus Danzig, die im Allgemeinen hervorhebt, daß das Volk in Danzig nicht so denke wie die Führung, wird die polnische Zurückhaltung betont.

 

"Wir hätten doch im September 1938 als die ganze Heeresmacht des Reiches mit der Sudetenfrage beschäftigt war, mit der größten Leichtigkeit das Gebiet der Freien Stadt Danzig einnehmen können, eine vollendete Tatsache schaffen, eine ausgezeichnete strategische Situation herstellen können. Bis jetzt bedauern es viele Leute in Pommerellen, daß es nicht so gekommen ist."

(Czas  v. 4. Juli)

 

 

 

Prophezeiungen des polnischen Nationaldichters

Im "Ilustrowany Kurjer Codzienny" vom 13. August wird festgestellt, daß sich verschiedene Prophezeiungen des polnischen Dichters Mickiewicz erfüllt hätten. Zum Beispiel sei Deutschland der von ihm prophezeite Antichrist. Auch das Wort Mickiewiczs: "Danzig – einst unser, wird wieder unser werden"  würde in Erfüllung gehen.

Eine Weissagung

Der "Ilustrowany Kurjer Codzienny" druckt am 9. April die angeblich im Jahre 1920 ausgesprochene Weissagung eines Czesiaw Czynski ab, die Polen eine glänzende Zukunft voraussagt. Es heißt dort:

 

"Es schreiten die jungen Ritter, auf ihrer Brust leuchtet ein Kreuz. Sie schreiten, um den Deutschen einen neuen Niedergang zu bereiten. ... Im Bewußtsein seiner Kraft, verbunden mit Rußland, Belgien, Frankreich und allen Slawen, diktiert das mächtige Polen den unverbesserlichen Kreuzrittern seine Bedingungen."

Polen fürchten, es könne keinen Krieg geben !

Die "Polska Zachodnia" erklärt, daß Polen den Krieg nicht fürchte, auch nicht allein gegen Deutschland.

 

"Denn im polnischen Volke lebt, gerade umgekehrt wie im deutschen, ein soldatischer Geist. Und das Schlagwort, das man scherzhaft in Westeuropa gebraucht, daß der Durchschnittspole gerade zu fürchte, es könne keinen Krieg geben, und das hitlerische Pulverfaß könne weiter Gefahr verbreiten, entbehrt durchaus nicht gewisser Grundlagen."

(Polska Zachodnia  v. 1. August)

1 Pole = 7 Deutsche

"Goniec Warszawski" vom 12. August schildert in einer Berichterstattung aus dem Grenzgebiet Westpreußens die ausgezeichnete Haltung der Polen. Die Bauern hätten folgenden Leitsatz für den Krieg:

"Wenn sieben Deutsche auf einen Polen kommen, weiß sich der Pole zu helfen, aber wenn es mehr sind, verliert er !"

Eine weitere Prophezeiung

In Jüterbog will ein Pole eine alte slawische Schrift, verfaßt von einem angeblichen "letzten Grafen von Rostock" gefunden haben, die unter anderem folgende Prophezeiung enthält:

 

"Aber wenn der Führer der Germanen seine bewaffneten Abteilungen gegen die Lande an Weichsel und Warthe schicken wird, wird die germanische Macht zerbrechen. Ihre Herrschaft die die von Rhein, Oder und Donau durchflossenen Lande umfaßt, wird aufgeteilt werden. Die Lande von der Oder bis zur Weichsel beginnen unter die Herrschaft ihrer rechtmäßigen Herren zurückzukehren. Vor der stolzen Stadt der Feinde, die auf den Überresten slawischer Sitze erstanden ist, bleiben nur Trümmer zurück. Die, welche andere geknechtet haben, werden selbst unfrei werden. Die von ihnen geraubten Gebiete werden unter die rechtmäßigen Herren zurückkehren. Die Lande der Welfen kommen wieder unter das Zepter Albions."

 

Dem Abdruck der Prophezeiung folgen Bemerkungen über die Richtigkeit der ersten Voraussagen des Falles und Wiederaufstiegs Deutschlands.

(Czas  v. 19. Mai)

"Der Frieden wird in Berlin diktiert werden"

In seiner Dankrede für ein gestiftetes Maschinengewehr sprach der polnische General Kustron von dem polnischen Heer, "um das uns die anderen Völker beneiden, ein Heer, dessen Macht, Mut, Ritterlichkeit und Kampfesmut in der ganzen Welt bekannt sind. ..Nach dem siegreichen Kriege werden wir den Frieden nicht in Paris sondern in Berlin diktieren!"

(Polonia  v. 14. Juni)

Die Feier eines 529 Jahre alten Sieges

In ganz Polen ist der 529. Jahrestag der Schlacht von Tannenberg (Grunwald) festlich begangen worden. Bei Tannenberg erlag 1410 der Deutsche Orden einer litauisch-polnisch-russisch-

tartarischen Übermacht. Zur polnischen Grunwald-Feier rief die Föderation der polnischen Vaterlandsverteidiger in Lodz unter dem Motto "Wollt Ihr ein zweites Grunwald ?" auf. In dem Aufruf heißt es:

 

"Wenn der Feind auf unser Land Appetit haben sollte, dann werden wir ihn von den Grenzen des Vaterlandes nicht nur blutig zurückdrängen, sondern unsere übrigen Brüder befreien gehen ,die ewig polnisches Land bewohnen und bis heute noch unter dem Kreuzritterjoch schmachten."

(F. P. v. 6. Juli)

 

"Polska Zbrojna" bringt am 16. Juli eine Abbildung des Krakauer Tannenbergdenkmals mit folgendem Zitat aus dem Roman "Die Kreuzritter" von Sienkiewicz :

 

"Und nicht nur der treulose Ritterorden lag hier reihenweise zu ihren Füllen, sondern die ganze deutsche Macht, die bis dahin wie eine Welle die unglücklichen slawischen Länder überflutet hatte, zerschlug sich an diesem Tag der Erlösung an der Brust Polens!"

Aus Tannenberg-Erinnerungsfeiern, organisiert vom Westmarken-Verband

In Thorn:

Hauptredner Pfarrer Nowakowski:

 

"Eine historische Stunde steht Polen bevor, welche es zur Erfüllung einer großen Aufgabe ruft, zur Wiederholung eines zweiten Grunwalds. Unaufhaltsam nähert sich diese Stunde, in welcher unser siegreicher Adler den ewigen Feind Polens und des Slawentums Demut lehren wird."

 

In Bromberg :

Der Redner, Dr. Bielecki, fordert ein zweites Grunwald. Dann wurde eine Resolution angenommen:

 

"Die hier Versammelten sind der Überzeugung, daß Polen einen starken Stützpunkt am Meere haben muß, daß Danzig unter seiner Herrschaft stehen muß und daß sämtliche Landesteile, die von Polen bewohnt werden, zum polnischen Reiche zurückkommen müssen."

 

In Graudenz erklärte der Redner, Hauptmann Olgier Smolenski:

 

"In nicht allzu langer Zeit werden über den Städten Danzig, Königsberg, Elbing und anderen Städten die polnischen Fahnen wehen."

 

Die polnische Presse verzeichnete hier besonders großen Beifallssturm des Publikums.

 

Echo der Führerrede vom 28. April

Der Wilnaer "Slowo" vom 30. April schreibt:

 

"Was soll man Reichskanzler Hitler auf seine Erklärung antworten: ,daß Danzig niemals polnisch werden wird, das unterliegt keinem Zweifel'. Mit Schweigen antworten ! Mit Schweigen, das nur durch das Geklirr der herausgezogenen und auf die Karabiner gesteckten Bajonette unterbrochen wird !"

 

"Polska Zbrojna" vom 29. April:

 

"Die Polonisierung Danzigs ist unvermeidlich, und es wäre wirklich schade um die deutsche Kraftanstrengung für weitere Verdeutschung eines kleinen Provinzstädtchens dessen Geschicke auf ganz natürlichem Wege vorausbestimmt sind."

"Gegen Kiew oder Breslau"

Das Militärblatt "Polska Zbrojna" veröffentlichte erst am 19. August eine am 6. August in Krakau zu Ehren des polnischen Heeres von Oberst Tomaszewski gehaltene Rede, die ein überschwengliches Lob des polnischen Soldaten darstellt. In ihr heißt es:

 

"Das ist unser einziges, ewiges, unabänderliches, soldatisches Gesetz; daß das polnische Heer führen wird, so gut nach dem Osten wie nach dem Westen , gegen Kiew oder Breslau, gegen Danzig oder Ostpreußen. Wohin der Oberste Führer befiehlt: ,Marschieren !', dorthin geht mit dem Ruf: ,Jesus Maria!' gehorsam und treu das polnische Soldatentum. Das ist unser soldatisches Recht!"

Polens Kampfgeist

Das Militärblatt "Polska Zbrojna" bringt in einem Gespräch "Polen und die Ehre Europas" folgende polnische Meinung über den künftigen Krieg:

 

"Den Unterschied in der technischen Ausbildung überwindet das polnische Heer durch den Reichtum seines Geistes, die Widerstandsfähigkeit seines Soldaten, der daran gewöhnt ist, allein gegen 10 zu kämpfen. Polen ist heute das Element des Gleichgewichts in Europa, ein Element, das zu vertreten kein anderer Staat im Stande ist!"

(Polska Zbrojna  v. 11. April)

Zerstören wie Karthago !

Der "Kurjer Polski" vom 10. August beschäftigt sich mit der notwendigen "Zerstörung Deutschlands". Ebenso wie Karthago, vor 2000 Jahren habe zerstört werden müssen, fordere man jetzt immer lauter die Zerstörung Deutschlands. Vor 20 Jahren habe man vor dem Marsch nach Berlin geschwankt, heute würde man diesen Fehler nicht mehr machen, man sei immer mehr der Auffassung, daß der Pestherd im Zentrum Europas beseitigt werden müsse. Von Deutschland würde nur noch ein Trümmerhaufen übrig bleiben.

 

II. Kriegs- und Hassgedichte

Gedicht an den Führer Rydz-Smigly

Nach 3 Strophen Lobeserhebungen auf Rydz-Smigly lauten die 4 Schlußstrophen:

 

In dir liegt unsere Hoffnung

Und des großen Polens Schicksal !

Wir warten, bis ertönt

Deine entscheidende Stimme!

Wie ruhmvoll ist es, zu führen

Diese Armee der Nation,

Die ihre Freiheit verteidigt

Mit dem Opfer des Blutes!

Wir stehen in Bereitschaft,

Wenn Du ein Zeichen mit dem Marschallstab gibst,

Werden wir marschieren

Auf der Siegesbahn !

Gekleidet in Stahl und Panzer

Und polnischen Weichselflachs

Gehen wir unter Deiner Führung

Über den Rhein, über den Rhein !

(Tempo Dnia  v. 8. August)

An den Grenzen

Und wenn der Feind an die Grenzen kommt,

Wenn er mit dem Kolben schlägt, dann gibt's Haue!

Seine Macht achten wir für nichts,

Wir werden dann schießen, Herr Hauptmann I

Und wenn das Geschoß trifft,

Ist Feuern besser als eine Predigt,

Durch Deinen Tod wirst Du unsterblich,

Durch Tapferkeit, sagst Du, Herr Hauptmann!

Der Führer (Rydz-Smigly) hat sie gewarnt, nun sollen sie

Wie Schlangen hin zu unsern Füßen,   [kriechen

Denn sie sind nie gewachsen der polnischen Tapferkeit,

Den polnischen Kugeln und Säbeln !

Er (Adolf Eitler) denkt, daß er alles besitzen kann,

Daß ihm alles glatt gelingt,

Heute sprechen aber nur die Kanonen

Und morgen spricht unser Führer (Rydz-Smigly) mit ihm in Berlin!

(Ilustrowany Kurjer Codziellny  v. 17. August) ~

Wir lassen uns nicht !

Wir lassen uns nicht vom Meer abdrängen,

Das ist unser Meer und unsere Küste !

Ihr habt gehört, was in seiner Rundfunkrede

Minister Beck gesagt.

Diese Worte werden Euch wohl genügen -

Und wenn ihr bei Euerm Eigensinn bleiben werdet,

Werden unsere Geschütze grollen

Und wir werden uns schlagen!

Scharf wie ein Messer ist unser Karabiner

Und Geschütze haben wir genug !

Ihr seid nicht furchtbar, sondern schwach

Und ein leicht besiegbarer Feind !

Nicht bedrohlich sind Eure Worte,

Die voll sind von Lüge und Heuchelei -

Polen steht zum Krieg bereit

Mit heruntergelassenem Visier!

Nicht furchtbar sind Eure Geschütze,

Der Pole versteht sich zu schlagen !

Er geht in den Kampf wie zum Blumenpflücken,

Er schlägt, wenn er böse und hungrig ist!

(Tempo Dnia  v. 7. August)

Das Lied vom heiligen Krieg

Und wenn nächtlich mit Brummen

Die Messerschmidtmaschinen aus unterirdischen Schuppen anfliegen,

Und uns mit dem Krachen der Bomben wecken werden,

Und aus dem Schlaf reißen werden mit dem Fackelschein der Brände,

Speien wir Feuer in die schwarze Finsternis

Mit einem Regen von Eisen, einem Stahlhagel,

Werfen wir in den Himmel ein hartes "Stop".

Blut für Blut! Keinen Schritt mehr weiter!

Warschau ist nahe an der Grenze,

Aber Berlin noch näher -

Wir werden an der Spree Feuer anzünden

Mit dem todbringenden Erz der Geschosse.

Überfall für Überfall ! Tod für Tod !

Für Gewalt - Gewalt, Macht gegen Macht,

Leben für Leben, Haus für Haus!

Bis zum letzten Tropfen in den Adern !

Uns sind die Reichswehrdivisionen nicht furchtbar,

Die Panzerautos und Tanks,

Wir werden die wilde Horde von der Weser ebenso schlagen,

Wie wir die wilde Horde von der Wolga schlugen !

Wir schreien ihnen ins Gesicht mit dem Gebrüll der Kanonen,

Daß, wenn sie hier bei uns Beute wollen,

Sie eine Mauer unserer Leiber überschreiten müssen

Auf einer Brücke ihrer eigenen Leiber !

Wenn ihre schwarzen Geschwader anfliegen,

Werden unsere Kanonen meilenweit Feuer speien,

In jeder Stadt werden sie ein neues Madrid finden,

In jedem Dorf - neue Thermopylen,

Mit Blut werden sie jeden Fetzen Land erkaufen -

Jeden Schritt - mit einem Purpurmeer,

So lange wir genug Kugeln in den Läufen haben, -

Und wenn wir keine mehr haben, gehen wir mit dem Messer los !

Polens größte Stunde geht auf -

Soll der Feind doch kommen und zuschlagen!

Hör', Polen! Da fängt schon an zu schlagen

Sie - die Sigmundsglocke vom Wawelturm !

Es dröhnen die Schritte der braunen Horden,

Sie drohen Tod, Brand, Niederlage -

Sie gehen auf Beute und Mord aus.

Wir - kämpfen für die Freiheit ! Und mit uns ist der Sieg !

Durch Blut, durch Brand und Leichen -

Schlagen wir in die blauen Wellen der uralten Oder

Wieder die Grenzsteine,

Wie vor 1000 Jahren Boleslaw Chrobry!

Und die Erfüllung der Jagiellonenträume

Flattert an dem Holz der Standarte -

Der silberne Adler wird wieder erglänzen

Über Danzig, Ermland und Königsberg !

(Tempo Dnia  v. 16. Juli)

 

Ostpreußen muß vom deutschen Joch befreit werden

"Goniec Warszawski" vom 21. April bringt folgende "Hymne über Ostpreußen":

 

Uns genügen nicht Danzig und seine Gewässer,

Uns genügt nicht die Weichselmündung !

Wir müssen das masurische Volk von den Fesseln befreien,

Das seit Jahrhunderten unterdrückt wird.

Wir müssen Ermland befreien und die Preußen der Sage,

Deren Seufzer die Felder erfüllen.

Ist doch die Unfreiheit des großen Polen,

Als das Licht emporstieg, in Freiheit verwandelt.

Nach dir, Polen, streckt die Hand aus

Der Kassube an der Weichselbucht.

Schütze ihn, Polen, mit starkem Arm,

Denn dein slavischer Bruder geht zugrunde.

Genügend hat ihn der Kreuzritterstiefel geknechtet,

Er hat genug von der Unfreiheit der Germanen,

Das geknechtete Volk der Preußen ist erwacht,

Um die Übermacht der Tyrannen zu vernichten.

Wenn der Litauer von Tilsit die Hand ausstreckt,

Nimm sie mit brüderlichem Druck,

Ihm schmückt die Schläfe als große Zier,

Wie einstmals der Lorbeer von Grunwald.

 

Klassisches Haßgedicht – wieder aktuell !

 

Der "Kurjer Poznanski" druckt unter der Überschrift "Aktuell" folgendes Haßgedicht aus einem Drama "Gefangene" des polnischen Dichters L.. Rydel ab:

 

Dort, wo der Deutsche seinen Fuß hinstellt,

Blutet die Erde hundert Jahre lang.

Wo der Deutsche Wasser trinkt,

Dort stinken die Quellen hundert Jahre lang.

Wo der Deutsche dreimal atmet,

Dort herrscht hundert Jahre lang die Pest.

Wo der Deutsche die Hand reicht,

Dort schwindet der Friede,

Weil ihn alles behindert,

Was er nicht beherrschen kann,

Selbst die Frösche im Teiche stöhnen, .

Weil ihnen der Deutsche zuwider ist !

Der Vogel im Walde ärgert ihn,

Denn er singt nicht deutsch !

Selbst, wenn du etwas tausend Jahre lang dein Eigen nennst,

So ist er bereit, es als sein Eigentum zu beschwören,

Die Starken betrügt und bestiehlt er,

Die Schwachen erwürgt er.

Wenn es zum Himmel einen Weg gäbe,

Würde er noch den lieben Gott bestehlen,

Und wir werden es einmal sehen,

Wie er die Sonne vom Himmel stiehlt !

(Kurjer Poznanski  v. 29. April)

 

Ein neuer Text des polnischen Haßliedes "Rota"

In der nationalistischen Zeitschrift "Prosto z Mostu" veröffentlicht der Lemberger Publizist Nowosad einen neuen Text der "Rota", des bekannten polnischen Haßliedes, in dem er die defensiven Wendungen des alten Textes in offensive verändert hat. Der neue Text heißt :

 

I.

Wir lassen nicht von der Erde, der unser Geschlechtern

Hoch erheben wir unser Haupt:

Wir sind die polnische Nation, das polnische Volk,

Der königliche Piastenstamm !

Vor dem Weißen Adler erzittert der Feind !

Dazu verhelfe uns Gott!

II.

Bis zum letzten Blutstropfen in unseren Adern

Werden wir die Seele verteidigen,

Bis der Staub und Pulver

Das kreuzritterliche Unwetter zerfällt.

Jede Schwelle wird uns eine Festung sein !

Dazu verhelfe uns Gott!

III.

Die Wache des Deutschen wird

Von unseren polnischen Meergrenzen abtreten,

Unsere bewaffnete Gruppe wird sich erheben,

Unser Geist wird uns führen.

Wir werden marschieren, wenn das Goldene Horn erschallt !

Dazu verhelfe uns Gott !

(P.T  v. 16. Mai)

 

Änderungen sind an der ersten und dritten Strophe vorgenommen. Diese heißen nach dem ursprünglichen Text der Konopnicka:

 

I.

Wir lassen nicht von der Erde, der unser Geschlecht entstammt,

Wir lassen nicht unsere Sprache unterdrücken.

Wir sind die polnische Nation, das polnische Volk,

Der königliche Piastenstamm !

Vor dem Weißen Adler erzittert der Feind!

Dazu verhelfe uns Gott !

III.

Der Deutsche wird uns nicht ins Gesicht spucken!

Er wird nicht unsere Kinder germanisieren!

Unsere bewaffnete Gruppe wird sich erheben,

Unser Geist wird uns führen !

Wir werden marschieren, wenn das Goldene Horn erschallt !

Dazu verhelfe uns Gott! ...

 

Polen – der zukünftige Besitzer deutscher Autobahnen

Etwas von der Motorisierung.

Ein Bürger eines Nachbarstaates

Führte bei Kaffee und Mohnkuchen

Eine flammende Diskussion

Mit einem zufällig getroffenen Polen :

Motorisierung ? Wozu denn ?

Was bringt sie Euch für nutzen;

Auf den Straßen rappeln die Wagen

Und brechen tausend Achsen !

Der Pole aber rührte im Kaffee

Und sagte: - Ach, nicht so schnell urteilen !

Bei uns sind die Wege zwar übel,

Aber bei Euch gibt's Autobahnen !

(Kurjer Warszawski  v. 27. Mai)

 

"Wir werden uns schlagen"

Von der früheren Privatsekretärin des Marschalls Pilsudski, der Dichterin Kazimierza Hakowiczowna stammt folgendes bezeichnende Gedicht:

 

Andere Länder, andere Sitten,

Der eine' zählt in ledernen Kassetten sein Geld,

Der andere schmückt seine Frau mit Diamantenkolliers,

Der dritte erstickt im Käfig weiße Füchse und rothaarige Zobeltiere.

An den Wänden haben sie wertvolle Teller und Teppiche,

Und an 100 Schwächen merken sie, daß sie reich sind.

Diese Völker schauen in den Himmel, von dem ein furchtbarer Sturm die Bläue weggewischt hat,

Und sprechen: "Großer Gott, nur uns nicht !

Wehre den Krieg ab, denn auch ein siegreicher würde uns vernichten !"

Wir haben nichts. Der Rote hat unsern früheren Luxus aufgefressen.

Über unsere Zäune drangen ein der Germane und der blinde Moskowiter.

Was der eine nicht zertrat, hat der andere gestohlen.

Es blieb der reine Sand und Sümpfe, ganz naß von Nebeln;

Die junge Saat schlägt sich durch alte Gräben,

Aber bei uns gibt's noch starke Frauen und gottlob zähe, knochige Jungen.

Hinter uns lassen wir die gemästete Welt und ihren hündischen Wohlstand:

Wir werden uns schlagen, wir schlagen uns bis zum letzten Blutstropfen, und so gefällt es uns.

Auf den Inseln Dänemarks und Hollands

Gibt es Schlösser und Gemächer wie das Lachen selber.

Weiche, federnde Teppiche wie Wolken,

Bilder von Rembrandt und was weiß ich,

Aber bei uns. ..ist der Misthaufen um die Ecke,

Und das Haus steht schief.

Aber dieses Haus mit der schiefen Wand

Werden wir verteidigen, denn uns gefällt es so !

Den Stein darum, weil er Stein ist,

Den Hund darum, weil er an einer polnischen Tür liegt,

Den zerbrochenen Stall, weit er polnisch aussieht,

Die Pfütze darum, weil sie uns lieb ist,

Und die Weide, weil sie sich neigt,

Und die Kirche gewiß nicht deswegen, weil es eine Kirche ist,

Sondern deswegen, weil sie gerade so ergreifend polnisch ist,

Und den Dornbusch auf dem Felde und die Fische im Netz. ..

Und wenn ihr's nicht glaubt, so probiert es doch !

Wir werden uns schlagen bis zur schweren Krankheit.

Wir werden uns schlagen, denn uns gefällt es so !

 

Lied der Danziger Polinnen

Am Sch1uß einer Schilderung des Besuches von Danziger Polinnen in Polnisch-Oberschlesien steht folgendes Lied:

Unsere Danziger Abteilung

Ist zum Kampf bereit,

Bereit sind unsere Bajonette,

Um die letzten Fesseln

Der Kreuzritter zu sprengen

Und für ihre Schandtaten Rache zu nehmen -

Daß Ostpreußen polnisch ist,

Bezeugen wir einmütig an der Front.

Mit Blut und Eisen schreiben wir die Paragraphen,

Daß wir uns mit Polen vereinigen wollen!

(Tempo Dnia  v. I. Juli)

 

Das Weinen der Weichsel

Die Zeitung "Tempo Dnia" veröffentlicht am 11. Juli das Gedicht eines E. Malaczewski, das im Jahre 1919, als Polen auf die Haller-Armee wartete, geschrieben wurde, und bemerkt dazu, es sei heute genau so aktuell wie zur Zeit seines Entstehens. Die Schlußverse geben einen Aufruf der Weichsel an die Hallersoldaten wieder und heißen im Wortlaut:

 

Soldaten, grüß Euch Gott

Und Heil Euern Siegen !

Meinen Zopf werfe ich bis ins Meer,

Aber auf ihm ruht - des Kreuzritters Faust !

Mit dem Knie drückt mich der Kreuzritter nieder,

Hat meine Haare um seine Faust gedreht,

Und Euch hat Euer Soldatenlos

Auf der weiten Welt verstreut.

Kommt her! Bewaffnet, tapfer,

Eilig auf mein Rauschen und meinen Ruf,

Denn der wird unsterblich werden,

Der Blut in meine Wasser strömen läßt !

lhr, meine blauen Soldaten -

Ich sehe durch den Nebel silberner Träume,

Wie in mir wimmelt eine Menge

Von Köpfen mit viereckigen Mützen. ..

Um die Befreiungsstunde

Rufe ich heute Eure Herzen,

Und, im Schluchzen rauschend, fließe ich,

Hin zu den Danziger Festungen !

 

Polen - reich den Feinden die stolze Hand zum Kuß !

Der "Kurjer Poznanski" vom 2. Juli bringt ein Gedicht einer Stanislawa Krzacka über Danzig. Es schildert zunächst den "Einbruch der Kreuzritter" und ihre Niederwerfung und schließt :

 

Die preußische Huldigung - Herzog Albrecht auf dem Krakauer Markt.

Das preußische Land reich, stolz und fett,

Auf Knien und in Demut - sanft, dienstfertig -

Auf polnischen Händen preußische demütige Lippen.

Zeig, Polen, Dich endlich in der Stärke Deiner Rüstung -

Vom Kopf bis zu den Füßen, zeig den Feinden Dein zorniges Antlitz,

Und dann - reich die stolze Hand zum Kuß -

Es gibt eine große Wahrheit -

Danzig war und wird unser !

 

Verzeichnis der Abkürzungen

 

C.G.H. Codzienna Gazeta Handlowa     Warschau, Organ des Handels und der Privatindustrie.     

Cz. Czas         Warschau, Organ der konservativen Kreise und des Großgrundbesitzes

E. P. Express Poranny        Warschau, halbamtliches Informationsorgan der Regierung

G. P Gazeta Polska  Warschau, offizielles Organ des Lagers der Nationalen Einigung, halbamtliches Regierungsorgan, steht dem polnischen Außenministerium nahe.

I.K.C. Ilustrowany Kurjer Codziellny   Krakau, größte und verbreitetste polnische Tageszeitung, ohne feste innenpolitische Richtung, betont national

K.P. Kurjer Poznanski       Posen, Organ der in Westpolen besonders einflußreichen Nationalen Partei

K.W. Kurjer Warszawski  Warschau, Organ christlich demokratischer Kreise, viel gelesen.

M. P. Merkurjusz Polski    Warschau, Wochenschrift entschieden nationaler und antisemitischer Prägung

Pol. Polonia  Kattowitz, Organ der Partei der Arbeit (Korfanty, Haller)

P.Z.Polska Zachodnia        Kattowitz, offizielles Organ des oberschlesischen Wojewoden Grazynski und des Lagers der Nationalen Einigung, halbamtlich 

Zbr. Polska Zbrojna           Warschau,Organ militärischer Kreis, steht dem Kriegsministerium nahe, halbamtlich

G. W. Goniec Warszawski           Warschau, billiges Blatt mit nationaler Einstellung, sensationell aufgemacht

P.z.M. Prosto z Mostu        Warschau, einflußreiche politische Wochenschrift nationaler Prägung

Sl. Slowo       Wilna, viel beachtetes Blatt national-konservativer Kreise

T. D. Tempo Dnia   Krakau, billiges Sensationsblatt ohne feste innenpolitische Richtung, gleiche Haltung wie I. K. C.

W.D.N. Warszawski Dziennik Narodowy        Warschau, wichtiges Organ der nationalen Partei, beeinflußt die gleichgerichteten Provinzblätter       

 

 

 

Aus: „Soldat im Volk“, 58. Jahrgang, Nr. 4, Juli/August 2009:

Deutsche gehen aufrecht

Max Klaar

 

Der 1. September 2009 ist nahe. Wir werden wohl Mitglieder der Bundesregierung auf Danzigs Westerplatte und in Warschau in der Pose deutscher Dienstboten-Charaktere[2] teilnehmen sehen. Bei den aktuellen Exhumierungen am Massengrab Tausender ermordeter Deutscher bei Marienburg, deren qualvolles Ende 1945 den Polen zugeschrieben wird, werden wir sie aber nicht erleben und daher dort schmerzlich vermissen.

Polens Mitschuld und Willen zum Krieg gegen Deutschland 1939 und seine chauvinistische Vertreibungspolitik gegen Deutsche, Ukrainer, Weißrussen, Juden und Pogrome an ihnen lange vor 1933 ist durch vielfältigste historische Quellen eindeutig und unstreitig belegt. Siehe dazu Soldat im Volk, Ausgabe 5/08 „Ungesühnt – Ungeheuerlich“. Auf die unmittelbare Lage zwischen Polen und dem Deutschen Reich 1938/9 gehen wir in dieser Ausgabe unserer Verbandszeitung noch einmal gesondert ein.

„Ich, Waldemar Stehr, geboren am 20. Januar 1929 in Bobrek (Kreis Beuthen/Tarnowitz), erkläre an Eides Statt, dass mein Heimatort „Bobrek“ bereits am 28. August 1939 aus Orzegow von polnischer Artillerie beschossen wurde. Die meisten Granaten bekam die Julienhütte ab. Nach dem Beschuss klafften am dritten und am vierten Schornstein des Stahlwerks jeweils ein Loch von 40 cm Durchmesser.“[3] Kein Einzelfall – wer griff an, schoss zuerst und warum?

Polen hatte drei Monate vor den Deutschen mit der Teilmobilmachung und Kriegsaufstellung gegen das Deutsche Reich schon ab März 1939 begonnen und seine Truppenstärke verdoppelt. Das Wort „Überfall“ wäre nur dann richtig und zulässig, wenn ein völlig ahnungsloses sowie unvorbereitetes Polen vom angreifenden Deutschland aus dem „Dornröschenschlaf“ eines tiefen Friedens gerissen worden wäre. So war es aber nicht. Der behauptete deutsche „Überfall“ auf Polen ist wohl nichts weiter als Siegerpropaganda und Geschichtsfälschung. Und wie verhält es sich mit der UdSSR, die Polen gleichzeitig von Osten angriff ?  Da spricht niemand von „Überfall“.

Dass England und Frankreich dann nur Deutschland den Krieg erklärten (nicht umgekehrt bitte schön) und damit den mitteleuropäischen Konflikt schon wegen ihrer weltumspannenden Kolonialreiche zu einem Weltkrieg ausweiteten, ist ebenfalls unabweisbare Wahrheit. Schutz Polens kann ja wohl nicht der alleinige Grund gewesen sein, sonst hätten England und Frankreich auch der UdSSR den Krieg erklären müssen. Das taten sie aber nicht !  Der Grund:

„Dieser Krieg ist Englands Krieg. Sein Ziel ist die Vernichtung Deutschlands. ... Vorwärts Soldaten Christi“[4] – so feuerte Churchill die britische Armee auch sofort an. Aus einem seiner späteren Gespräche  mit Stalin ist überliefert: „Das Problem ist, wie man Deutschland daran hindern kann, zu Lebzeiten unserer Enkel wieder auf die Füße zu kommen.“ Und er betonte gegenüber Vertretern des deutschen Widerstandes gegen Hitler: „Sie müssen sich darüber klar sein, dass dieser Krieg nicht gegen Hitler oder den Nationalsozialismus geht, sondern gegen die Kraft des deutschen Volkes, die man für immer zerschlagen will, gleichgültig, ob sie in den Händen Hitlers oder eines Jesuitenpaters liegt.[5]

1950 erklärte der britische Historiker und Generalmajor John Frederic Charles Fuller in The Second World War: „Nicht die politischen Lehren Hitlers haben uns in den Krieg gestürzt. Anlass war der Erfolg seines Wachstums, eine neue Wirtschaft aufzubauen. Die Wurzeln des Krieges waren Neid, Gier und Angst.“[6]

Nicht minder deutlich bekannte der einstige US-Außenminister James Baker 42 Jahre später: „Wir machten aus Hitler ein Monstrum, einen Teufel. Deshalb konnten wir nach dem Krieg auch nicht mehr davon abrücken. Hatten wir doch die Massen gegen den Teufel persönlich mobilisiert. Also waren wir nach dem Krieg gezwungen, in diesem Teufelsszenario mitzuspielen. Wir hätten unmöglich unseren Menschen klarmachen können, dass der Krieg eigentlich nur eine wirtschaftliche Präventivmaßnahme war.[7]

Und so ließe sich fortfahren. Es gibt haufenweise Dokumente[8] – Dinge, die den Deutschen der Erlebnisgeneration bekannt waren, die aber denjenigen, der sie heute nennt, wegen Volksverhetzung vor den Richterstuhl und sehr schnell ins Gefängnis bringen können. Also schweigt man „im freiesten Staat, der je auf deutschem Boden existierte“[9] öffentlich besser. – Und so haben wir bis heute zwar keinen „Friedensschluss“ aber eine Bundeskanzlerin, die sich beim Kriegsgegner für die „Befreiung Deutschlands“ bedankt(e) !

In Folge der von den Siegermächten offiziell betriebenen Umerziehung (reeducation) gehört es heute zum nationalen Irresein der Deutschen, der historischen Wahrheit gar nicht mehr auf den Grund gehen zu wollen. Das, was dem Deutschen Reich widerfuhr, als „Befreiung“ zu bezeichnen, ist schlicht pervers.

Die Ursachen des Zweiten Weltkrieges im Friedensdiktat von Versailles wurden von allen Reichsregierungen 1919 - 33 erkannt. Sie haben vor ihrer nach Revision schreienden Rache-Wirkung gewarnt und größtenteils erfolglos an seiner Überwindung gearbeitet. Erst Hitler begann, diesen Unfrieden schaffenden „Hexenhammer“ eigenmächtig Stück für Stück außer Kraft zu setzen und verursachte letztlich dadurch das Todesurteil der westlichen Kriegsgegner gegen das Deutsche Reich (s.o.). Die Drachensaat war aufgegangen.

Nach internationalem Kriegsrecht verbotene und unter Strafandrohung stehende Verbrechen der Alliierten an den Deutschen (Bombenterror gegen die Zivilbevölkerung, Vertreibung, Zwangsarbeit, Ermordung Deutscher, Vergewaltigung, Ausraubung/Plünderung, Demontage und Zerstörung der Lebensgrundlagen, Verhungern, Nichtentlassung Kriegsgefangener etc.) sind ungesühnt und werden nicht thematisiert.

So urteilt denn Prof. Dr. jur. utr. Hansjosef Hohn: „Die Deutschen stehen im 21. Jh. mit ihren letzten Generationen vor ihrem historischen Vollzug. Sie hatten im 20. Jh. den Ersten und Zweiten Weltkrieg führen müssen. Die deutsche und die internationale Auffassung stimmen darin überein, dass die Judenverfolgung nach 1933 durch die Diktatur der NSDAP verwerflich war. Aber ’man beutete eines der grauenhaftesten Geschehnisse der Moderne durch bewusste Irreführungen, Täuschungen, Übertreibungen für den Zweck der totalen Disqualifikation eines Volkes aus ... gegen besseres Wissen, (Anm.: und mit) absichtlich hineingedeuteter Gleichsetzung vom (zwölfjährigen) Dritten Reich mit dem (1000-jährigen) Deutschland’ (H. Diwald, Geschichte der Deutschen, 1978).“[10]

Beruft sich jemand vor Gericht zur Rechtfertigung seiner Meinungsäußerung auf „Neue Erkenntnisse durch neue Archivfunde“[11], kann ihm das im „Rechtsstaat“ schlecht bekommen.

   Wer aber über singuläre Ereignisse“ der Weltgeschichte forscht, wird vielfach fündig. So wie Churchill 1939 im Ruf „Vorwärts Soldaten Christi“ den Herrgott bemühte, um seinen Krieg gegen Deutschland und das in der Weltgeschichte gewiss „singuläre Verbrechen“ des Zerstörens und Vernichtens eines großen Teils eines ganzen Volkes (rund 14 Mio. deutscher Kriegs- und Nachkriegsopfer[12]) und seines Staates (im zweiten 30-jährigen Krieg[13]) einzuleiten, so nannte schon Mose den Schöpfer des Himmels und der Erden als den Auftraggeber für seinen Vernichtungsfeldzug gegen die Midianiter[14]. Nicht genug damit, dass die von ihm so motiviert ausgesandten Kämpfer siegreich heimkehrten, nein, Mose scheuchte sie sofort zurück und hieß sie auch alle Frauen, Männer und männlichen Kinder töten. Genozid nennt man so was heute. Nur Mädchen, die noch nicht mit einem Manne zusammen gewesen waren, durften leben bleiben, damit Moses Krieger sich mit ihnen zusammentaten. Zur „Entsündigung“ hieß er sie dann sieben Tage vor dem Lager bleiben, baden, Kleider waschen und alles, was Feuer verträgt, durchs Feuer gehen. So einfach ging „Entsündigen“ damals.

Dennoch: Alles, was in den Geschichtsabläufen seit dem und bis auf den heutigen Tag an Sklaverei, Völkermord (Genozid), Vertreibung, Ausplünderung usw. in Europa – Vorder-, Zentral- oder Hinterasien – Afrika und Amerika lag und liegt, lassen wir hier weg. Es gilt, vergleichend nicht aufzurechnen, sondern jedermann einzuladen, demütig zu erkennen, dass der Mensch – wie auch immer motiviert und egal welcher Nationalität oder Religion – durch alle Zeiten zu entsetzlichem Tun fähig war, ist und bleibt. Man befindet sich da weltweit in guter „schlechter Gesellschaft“.

Durch den bei aller political correctness heutzutage eher „ungewöhnlichen Weg des eigenständigen Nachdenkens[15]“ könnte man aber zu der Ansicht gelangen, dass nach Kriegsende das mosaische Auge um Auge, Zahn um Zahn durch das christliche gegenseitig Vergeben und Verzeihen ersetzt werden muss, wie es nach dem ersten 30-jährigen Krieg im Vertrag von Münster und Osnabrück Friedensbedingung wurde. Es ist heute aktueller denn je, hat für die europäische Einigung Perspektive und kommt vor allem der Jugend entgegen, die der ewigen Schuldzuweisungen einfach überdrüssig ist. Deshalb wird der Verband deutscher Soldaten nicht müde, diese Forderung immer wieder zu erheben.

Wie sonst will man Frieden machen ?  Kaum ein heute Lebender  hat irgendeine „Schuld“ am politischen Geschehen 1933-45, dennoch wollen aktuell ein evangelischer Bischof und mit ihm alle Umerzieher, die damit das Geschäft der Sieger besorgen (s. u.), uns Deutschen allein „geschichtliche Schuld“ einreden. Das ist nicht nur historisch und rechtlich unhaltbare Unwahrheit sondern auch theologisch unzutreffend. Kein Geringerer als unser Herr Jesus Christus, und der ist in seiner menschlichen Nartur bekanntlich Jude, lehrt uns, mit dem mosaischen Brauch, „Auge um Auge ...“ zu brechen und fordert ganz im Gegenteil die Feindesliebe, ihm zu vergeben und ihn als unbelastet wieder anzunehmen, soweit er seine Tat bereut und zerknirscht um Vergebung bittet. Schuld lädt im übrigen immer nur der individuelle Täter auf sich – ihn gilt es individuell zu richten – so ist unser Rechtssystem aufgebaut !  Und deshalb ist es christlich-abendländische,  friedensschaffende Tradition, zu verzeihen, wo um Vergebung gebeten wird.

Wir Deutschen stehen in einer großen, tausendjährigen Geschichte, wir haben eine historische Vergangenheit !  Wir müssen daher die 12 Jahre von 1933 - 45 bisher unter dem Aspekt der „Siegergeschichtsschreibung“ zur Kenntnis nehmen. Motto:  Wirklich ist, was sich behaupten läßt.. „Die Verwaltung Deutscher Schuld und die Pflege deutschen Schuldbewusstseins sind aber ein Herrschaftsinstrument. Es liegt in der Hand aller, die Herrschaft über Deutschland ausüben wollen, drinnen wie draußen.“[16]

Der britische Publizist und Propagandachef, Denis Sefton Delmer, brachte es 1945 gegenüber Prof. Friedrich Grimm in einem Verhör auf den Punkt: „... Nun fangen wir erst richtig a n! Wir werden diese Gräuelpropaganda fortsetzen, wir werden sie steigern, bis niemand mehr ein gutes Wort von den Deutschen annehmen wird, bis alles zerstört sein wird, was sie in anderen Ländern an Sympathien gehabt haben, und bis die Deutschen selbst so durcheinander geraten sein werden, dass sie nicht mehr wissen, was sie tu n![17] So wird Churchills Äußerung gegenüber Stalin (s. o.) erst recht verständlich und auch, dass bis heute kein Tag vergeht, an dem nicht der Öffentlichkeit in Deutschland diese „Propagandaprodukte“ über Bildschirm und Presse geliefert werden. Eben darum stößt der Zeitgenosse nur hier an „Stolpersteine“, die sehr wohl auch in weiteren Staaten zu liegen berechtigt wären – einschließlich in Polen (s. o.), den USA (Negersklaverei, Indianermorde), Kommunisten (100 Millionen Opfer zur Erzwingung eines politischen Systems), fast alle Kolonialmächte, China, Kambodscha und da hören wir einfach auf.

Die Wahrheit dürfen die Deutschen nicht wissen, deswegen äußerte Churchill: „Die Wahrheit ist ein so kostbares Gut, dass man sie mit einem Schutzwall von Lügen umgeben müsse.[18]

Aus Anlass des 1. September 2009 rufen wir als heute lebende und an der Vergangenheit völlig unschuldige Deutsche deswegen den heute lebenden und an der Vergangenheit völlig unschuldigen Polen zu:

„Nur gemeinsam werden die Europäer politisch, wirtschaftlich, militärisch, kulturell im globalen Kampf bestehen.“[19] Deswegen haben Rache, Demütigungen, Chauvinismus keinen Platz mehr zwischen uns. Kämpft in Eurem Land dagegen an und erkennt die Verbrechen an Ukrainern, Weißrussen, Juden und Deutschen, die 1919 - 1939 und nach 1945 im polnischen Namen geschahen. Wir Deutschen werfen Euch das heute nicht vor. Wir glauben aber, dass das gegenseitige Erkennen und Verzeihen für das Gedeihen Europas geschichtlich notwendig ist. Deshalb lassen wir uns nicht weiter ducken, versteht das!

Und dem Unterdrückungsapparat der political Correctness dies ins Stammbuch: Trotz allem – Deutsche können immer noch aufrecht gehen.

 

Versailles und Staatsschulden heute

Für das „Diktat von Versailles“ wird der Bundesfinanzminister erst 2010 die letzten Zahlungen überwiesen haben! Regierung und Parlament schweigen gemeinsam dazu. Nun fragen Sie doch mal Ihre Bundestagsabgeordneten, wie viel die Bundesrepublik Deutschland – also Sie und alle deutschen Steuerzahler – seit 1945 an Reparationszahlungen, Wiedergutmachung, Erinnerungsfonds, Entschädigungsleistungen, Sozialleistungen für Kontingent-Zuwanderer, „vorbildliche Erinnerungskultur“, „Waffengeschenke“ ans Ausland u.s.w. insgesamt zahlen musste. Ohne dieses ständige Aussaugen des Besiegten hätten wir heute wohl keine Staats-Verschuldung von 1,6 Billionen Euro? MK

 

Datei: A5J:\Texte\Polen\Presse\SOLDAT IM VOLK 09-04-Leitartikel.doc                                                                                 Stand: 11.08.2009

 

 

 

Politik in den preußischen Genen?

»Bin zu einem Viertel polnisch«: Nicht nur Elbinger Taxifahrer fragen nach Angela Merkels Wurzeln

Biographien von Persönlichkeiten der Zeitgeschichte berichten fast immer auch über die familiäre Herkunft der Porträtierten. Zu prägend ist der Einfluss der Vorfahren – oft über Generationen hinweg. Von Angela Merkel ist bekannt, dass ihre Mutter, die 1928 geborene Herlind Kasner, geborene Jentzsch, Wurzeln in Westpreußen hat, ihr Vater Horst Kasner hingegen 1926 in Berlin geboren wurde. Ein gewisses Rätsel hingegen stellt der polnische Großelternteil dar, von dem Merkel mehrfach öffentlich sprach. „Wie ich dem ‘Spiegel’ neulich schon offenbarte, bin ich zu einem Viertel polnisch“, erklärte sie Ende 2000 im Interview mit dem Nachrichtenmagazin, was im Herbst 2005, als Merkel Kanzlerin wurde, in Polen für Aufsehen sorgte.

Hierzu muss man wissen, dass insbesondere in Elbing ein Tourismus um das angebliche „Merkel-Haus“ (ehemals bekannt als „Leiermannshaus“ in der Tannenbergallee 45) entstanden ist. Hier hat Merkels Großmutter Gertrud Jentzsch nach 1910 zwar wirklich für ein paar Jahre gewohnt, doch geboren wurde sie noch im niederschlesischen Glogau, der Heimat ihrer Mutter Emma Drange, geborene Wachs.

In Elbing und Danzig glauben bis heute viele, Merkels polnisches „Viertel“ könne nur der Großvater mütterlicherseits sein, der Gymnasiallehrer und spätere Schuldirektor Willi Jentzsch. Denn dessen Frau Gertrud war nun einmal ganz eindeutig deutscher Herkunft: Ihre Eltern, Emil und Emma Drange, zogen 1898 aus beruflichen Gründen nach Elbing, ihre älteste Tochter Gertrud wiederum zog 1921 als junge Lehrerin nach Danzig, um Willi Jentzsch zu heiraten.

Die in Polen gern kolportierte Annahme über die Herkunft dieses Mannes hat aber offenbar als einzige „Quelle“ den leicht slawisch klingenden Namen in Kombination mit der zitierten Äußerung der heutigen Kanzlerin. Doch offenbar täuschen sich hier die polnischen Freunde der Kanzlerin, von denen manche übrigens seit einiger Zeit in einem Fanclub namens „Angela Merkel Klub Polski“ zusammengefunden haben. Wie nämlich inzwischen belegt ist, hat auch Willi Jenztsch keine polnischen Wurzeln. Er stammt vielmehr aus einer alteingesessenen deutschen Gutsbesitzerfamilie im sächsischen Wolfen, Kreis Bitterfeld, wo er am 15. Mai 1886 geboren wurde. Das „-tzsch“ in seinem Namen ist in Mitteldeutschland sowohl in Orts- als auch Personennamen häufig und hat letztlich sorbische, nicht aber polnische Wurzeln.

Bleibt die für Biographen und Genealogen interessante Frage, worin Merkels polnisches Viertel denn nun bestehen könnte. Nach dem Prinzip des Negativausschlusses bleibt eigentlich nur die väterliche Seite. Nähere Angaben dazu finden sich nach PAZ-Informationen in keiner der unterdessen zahlreichen Biographien der Kanzlerin. Das hängt mit der Zurückhaltung von Merkels Vater Horst Kasner zusammen. Der 1926 in Berlin-Pankow geborene Theologe hat eine ebenso ungewöhnliche wie verschlungene deutsch-deutsche Biographie: Nach dem Theologiestudium in Heidelberg und Hamburg zog er 1954, kurz nach der Geburt der heutigen Kanzlerin, Richtung Osten, nach Brandenburg. Mit der Staatsführung machte er – vorsichtig gesagt – einige Kompromisse, die ihm den Spitznamen „der rote Kasner“ eintrugen. Über seine Familie ist kaum mehr bekannt, als dass sein Vater Polizeibeamter in Berlin gewesen sei. Und so bleibt eigentlich nur die Mutter von Horst Kasner als der von Merkel benannte polnische Großelternteil – wenn man nicht einen Irrtum oder komplizierte Additionen mit Urgroßeltern annehmen möchte.

Interessanter scheint freilich, dass in Merkels Familie die Politik schon lange eine Rolle spielt: Während ihr Vater kirchenpolitisch aktiv war, avancierte ihr Großvater Willi Jentzsch zunächst zum Vorsitzenden des Danziger Beamtenbundes und 1926 zu einem der elf Senatoren des Stadtstaates. Ihr Urgroßvater Emil Drange wiederum war als Oberstadtsekretär von Elbing einer der führenden Beamten dieser Hafen- und Industriestadt. Kurz nach der Wende engagierte sich zudem auch Merkels Mutter politisch, sie saß für die SPD im Gemeinderat von Templin.

K.B. 19.01.2011

http://www.preussische-allgemeine.de/zeitung/nachrichten/artikel/politik-in-den-preussischen-genen.html

 



[1]      Die Schlacht bei Warschau war die einzige große Leistung der Polen im 20. Jahrhundert. Sie rettete das damals wehrunfähige Deutsche Reich vor dem Einfall kommunistischer Revolutionstruppen aus Rußland.

[2] Thorsten Hinz in JUNGE FREIHEIT, 10. Juli 2009, Seite 21, „Tendenziös und nicht zu retten“, Untertitel, Seite 21

[3] „Eidesstattliche Erklärung Waldemar Stehr, Duisburg, in „Der Schlesier“, 10. 07. 2009, S. 7).

[4] Winston Churchill in seiner Rundfunkansprache vom 03.09.1939

[5] DEUTSCHE GESCHICHTE, 2/2009, „Frei wie ein Vogel im Goldenen Käfig“, Seite 24, linke Spalte

[6] ebenda, rechte Spalte

[7] ebenda, rechte Spalte

[8] Als kleine Auswahl: Ludwig Leher, Das Tribunal, 1965, S. 161, Ulrich Bäcker, „Roosevelts Mordquartet - Wie Henry Morgenthau jr., Theodore N. Kaufman, Louis Nizer und Earnest A. Hooton sich zum Massenmord am deutschen Volk verschworen“, Druffel & Vowinckel-Verlag, ISBN 978-3-8061-1184-2 und US-Senator Hamilton Fish, Der zerbrochene Mythos – Roosevelts Kriegspolitik 1939-1945, Tübingen 1989.

[9] Beliebte bundesrepublikanische Politikerfloskel

[10] Prof. Dr. iur. utr. Hansjosef Hohn, „Toleranz und Relativismus im politischen Kräftefeld“, Seiten 7-9, August von Goethe Literaturverlag, 2006, ISBN 978-3-86548-411-6

[11] Fritjof Meyer (SPIEGEL-Redakteur): „Die Zahl der Opfer von Auschwitz – Neue Erkenntnisse durch neue Archivfunde“, Zeitschrift „Osteuropa“, 52. Jahrgang, 5/2002.

[12] Heinz Nawratil, „Die deutschen Nachkriegsverluste - Vertreibung, Zwangsarbeit, Kriegsgefangenschaft, Hunger Stalins deutsche KZs“, ARES-Verlag, Graz 2008, völlig überarbeitete, erweiterte und bebilderte Neuauflage, 144 S., S/W-Abbildungen.

[13]  Urteil des ehemaligen britischen Premierministers John Major über die Zeit 1914 - 1945 anlässlich einer Gedenkrede zum 50. Jahrestag des Kriegsendes in Berlin.

[14] 4. Mose, Kapitel 31.

[15] Generalleutnant a.D. Dr. Franz Uhle-Wettler in einem persönlichen Gespräch am 11. 7. 2009.

[16] Johannes Gross, auf Seite 2 zitiert in: „8. Mai 1945 – „Erlöst und vernichtet zugleich“ – Ursachen und Folgen des II. Weltkrieges, dargestellt aus Anlass des 60. Jahrestages des Kriegsendes 2005, herausgegeben vom Verband deutscher Soldaten e.V. (VdS), in 4. Auflage mit 95 Seiten, Bezug zum Preis von 3,- € (zzgl. Porto und Verpackung) über: Verband deutscher Soldaten, Rheinallee 55, in 53173 Bonn.

[17] ebenda, Prof. Dr. Emil Schlee, „Wessen Krieg war es denn nun eigentlich?“, Seite 72.

[18] ebenda, Seite 74 ff, Kapitel „Fragwürdigkeiten in der Kriegsschuldfrage“.

[19] Thorsten Hinz in JUNGE FREIHEIT, 10. Juli 2009, Seite 21, „Tendenziös und nicht zu retten“.